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Heiligenhaus
Skepsis gegenüber zwei Einkaufszentren

Heiligenhaus: Skepsis gegenüber zwei Einkaufszentren
Auf dem ehemaligen Hitzbleck-Gelände sollen nach den Plänen der Investoren 6500 Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen. FOTO: Achim Blazy
Heiligenhaus. Kiekert-Areal und Hitzbleck-Gelände: Die RP fragte die Heiligenhauser, was sie von den Plänen halten. Von Sandra Kreilmann

Es ist Samstagmorgen in Heiligenhaus. Wochenmarkt. Der gehört zu den Lieblingsterminen der Heiligenhauser. Es gibt frische Produkte auf dem Rathausplatz, viele haben Zeit, in Ruhe zu stöbern, und ein Akkordeonspieler sorgt ein paar Meter weiter für musikalische Untermalung des Samstagseinkaufes - die Innenstadt ist gut besucht.

Dauerbrenner der Gesprächsthemen ist vor allem eine Frage: Zwei neue Einkaufszentren, kann das funktionieren? Die RP hörte zu: Der Heiligenhauser Wilfried Schulz sieht den Bedarf: "Wir brauchen in der Innenstadt dringend weitere Lebensmittelläden. Vor allem ein oder mehrere Discounter fehlen. Seitdem diese aus der Innenstadt weggezogen sind, ziehen sie die Käufer aus der Innenstadt weg." Trotzdem könne man sehen, dass auf der Hauptstraße etwas passiere, die Umgestaltung der Hauptstraße sei doch eine gute Grundlage. Ein Einkaufszentrum könne sicherlich Kunden in den Stadtkern locken, die sonst an den Stadtrand fahren oder auch die Stadt verlassen. "Zwei neue Einkaufszentren halte aber ich für eines zu viel. Wer geht denn dann noch auf die Hauptstraße?"

Das geplante Einkaufszentrum auf dem Kiekert-Areal sollte dieses Jahr eröffnet werden. Bis heute ist dort Brachland. FOTO: Blazy Achim

2014 hat sich ein Investor gefunden, der ein Einkaufszentrum auf dem vorderen Teil des Kiekert-Areals bauen wollte, in diesem Jahr sollte eröffnet werden - bis heute ist das Gelände Brachland. Eine Eröffnung nicht in Sicht. Ende Juni dieses Jahres dann die Überraschung: Ein "Nahversorgungszentrum" soll auf dem Hitzbleck-Gelände von dem Investor gebaut werden, der sich schon für den Nahversorger in Selbeck verantwortlich zeigte. Angepeilte Eröffnung: Weihnachtsgeschäft 2018. Ähnliches Konzept, knapp 100 Meter Luftlinie voneinander entfernt.

Bürgermeister Jan Heinisch verwies bei der Ankündigung des geplanten Nahversorgers auf dem Hitzbleck-Geländes auf das Gutachten von Fachleuten, die beide Einkaufszentren für möglich halten. "Beide Zentren können nebeneinander bestehen", so die Fachmeinung auf dass sich die Verwaltung beruft.

Die Bürger sind skeptisch: "Die Geschäfte, die in die Einkaufszentren einziehen sollen, ähneln sich doch. Soviel können wir doch gar nicht einkaufen, dass sich das für alle rechnet", findet eine Besucherin des Wochenmarktes. Sie fürchtet zukünftig ein leerstehendes Zentrum, wie die Ludgerusgalerie, deren oberste Etage vollkommen verwaist ist. Für sie ist auch die viel befahrene Westfalenstraße ein Hemmnis zwischen den beiden neuen Zentren und der Hauptstraße, auch wenn verkehrliche Anpassungen, wie eine Verkehrsinsel geplant sind. "Die Autofahrer lassen Fußgänger doch jetzt schon kaum über die Straße."

Kemal Özgür findet, man solle erst mal leere Ladenlokale beleben: "In der Aldi-Passage zum Beispiel." Andere haben ganz praktische Wünsche an die neuen Zentren: "Die neuen Parkplätze sollten breiter sein als die auf dem Basildonplatz."

Quelle: RP
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