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Heiligenhaus
So beginnt Naturschutz im Kleinen

Heiligenhaus. Der Gesprächskreis des Nabu dreht sich in diesem Monat um die Frage, was das Artensterben bremsen kann. Von Henry Kreilmann

Der Haussperling, im Volksmund auch Spatz genannt, wird in unseren Breiten immer seltener: "Diese körnerfressende Art findet kaum noch Nahrung. Es gibt immer weniger Hecken und Sträucher in denen sie fündig werden könnten." Mit dem Spatz nennt Hans Schöttler, Heiligenhauser Nabu-Stadtbeauftragter, ein Beispiel für das Thema "Artenschwund", das sich nicht nur bei den Nabu-Vogelzählungen bemerkbar macht.

Das Thema war dabei nur grobe Richtung für die monatliche Gesprächsrunde des Nabu. Die trifft sich jeden dritten Montag im Monat (außer an Feiertagen, sowie im Dezember, Juni und Juli), um 19.30 Uhr im Umweltbildungszentrum. Die letzte Runde war klein, auch wenn Gäste willkommen sind, das Gespräch dafür umso intensiver. "Wenn es zum Beispiel um Kompostierung geht, dann sind viel mehr Gäste da; bei solchen Themen wie heute, Themen, die uns alle viel mehr betreffen, als so mancher glaubt, ist die Zahl der Besucher allerdings gering", bedauert man. Naturschutz werde für viele erst dann interessant, wenn man direkt betroffen ist. "Wenn vor der eigenen Haustür gebaut werden soll, dann wird der Nabu gerufen, damit wir Gründe finden, um den Bau zu verhindern", sagt Schöttler und bezeichnet das als Missbrauch der Idee des Naturschutzes.

Naturschutz sei eine weit größere Aufgabe, wie im Gespräch der ehrenamtlich Tätigen deutlich wird. Das Artensterben ist nur ein Symptom eines Kreislaufes, dessen Folgen kaum absehbar sind. Frank Todt, Schöttlers Velberter Kollege, erzählt: "Als ich noch ein kleiner Steppke war, da hab ich innerhalb einer Stunde mehr als 20 verschiedene Schmetterlinge gesehen, heute sehe ich vielleicht fünf oder sechs. Manche Arten sind mir aber schon lange nicht mehr begegnet."

Die Gründe seien vielfältig, in beinah schon steril gehaltenen Gärten, in denen nur ausgewählte Blumenblühen, in denen der Rasen konsequent kurz gehalten wird, könne sich wenig Vielfalt erhalten. "Auch die freiverkäuflichen Umweltgifte haben hier nichts verloren, die zerstören mehr, als dass sie gut sind", sagt Todt. Das gelte vor allem, aber nicht nur, für die Landwirtschaft. Und Schöttler betont: "Auch der Konsument entscheidet an der Kasse über Umweltschutz." Es gebe aber auch gute Beispiele: So sei das Windrather Tal in Velbert die Heimat zahlreicher Milane. "Ich habe in der letzten Woche im Naturschutzgebiet wieder mehrere Schwarzstörche gesehen", erzählt Dietmar Albrecht, der auch im Nabu-Kreisvorstand sitzt. "Es gibt viel zu wenige Menschen, die wissen, was sie an ihrer Natur haben", sagt er und betont, dass Umweltschutz im Elternhaus beginne. "Schon die Kinder müssen lernen, wie wertvoll die Natur ist, und wie wichtig es ist, sie zu schützen."

Übrigens: Am Freitag, 26. August, und Samstag, 27. August, 20 Uhr, stellen die Nabu-Vertreter wieder eine ganz besondere Gattung der Insektenfresser vor: Zur 20. internationalen Batnight, der Nacht der Fledermäuse, gibt es in der Dämmerung wieder geführte Fledermausexkursionen. Anmeldung per E-Mail an h.schoettler@nabu-kv-mettmann.de.

Quelle: RP
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