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Heiligenhaus
So bunt ist deutsch-französische Freundschaft

Heiligenhaus: So bunt ist deutsch-französische Freundschaft
Museumskustos Reinhard Schneider hat deutsche und französische Kinderliteratur zusammengetragen. FOTO: Achim Blazy
Heiligenhaus. Mit der Ausstellung "Typisch Französisch(es), Typisch Deutsch(es)" werden im Museum 45 Jahre Partnerschaft zwischen Meaux und Heiligenhaus gefeiert. Von Sandra Kreilmann

Als Peter Ihle vor nun 42 Jahren das erste Mal nach Meaux reiste, hatte er eine ganze Kiste an Vorurteilen mit im Gepäck. Mitgegeben hatte die ihm sein Vater, doch bestätigt sah er keines von ihnen. "Das bringt mich heute noch zum Nachdenken", sagte der ehemalige Heiligenhauser Bürgermeister am gestrigen Morgen bei der sehr gut besuchten Eröffnung der Ausstellung "Typisch Französisch(es), Typisch Deutsch(es)" im Museum Abtsküche.

Längst schon ist aus Feindschaft Freundschaft geworden, nicht nur zwischen Heiligenhaus und dem nahe Paris gelegenen Meaux. Museumskustos Reinhard Schneider als Wanderer zwischen den beiden Nationen hat wieder die Vitrinen bestückt und beleuchtet mit liebevollem Blick die Unterschiede, aber auch die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Nachbarländern mit langer Geschichte - weit hinaus über das Kulinarische oder Kölnisch Wasser und Chanel No. 5.

Natürlich seien die Vorurteile aus einer stark militärisch geprägten Sichtweise entstanden, gab Bürgermeister Jan Heinisch zu bedenken, "als Mitteleuropäer sind wir doch eigentlich durch eine ähnliche Geografie in der Lebensweise gar nicht so unterschiedlich - oder?" Das Museum Abtsküche, der Geschichtsverein sowie Kulturbüro und VVH (Vereinigung für Verkehr und Heimtapflege) haben für die Ausstellung zusammengearbeitet. Heinisch erinnerte in seiner Eröffnungsrede an den ersten Vertrag, der 1963 bereits eine Freundschaft des deutschen Heiligenhaus mit dem französischen Meaux besiegelte. Damals war es ein Jugendaustausch, der Impulse setzte zwischen diesen ehemals verfeindeten Nationen. Deutsche Jugendliche, die die Comics von "Fix und Foxi", französische Jugendliche, die die Abenteuer von "Asterix und Obelix" lasen, trafen sich und legten den Grundstein für die Städtepartnerschaft, die heute äußerst rege ist.

Eine Freundschaft, die in in diesem Jahr offiziell 45 Jahre besiegelt ist: Gefeiert wurde das - natürlich - mit Brie de Meaux und Rotwein. "Vereine haben untereinander Freundschaften geschlossen, die regelmäßigen Reisen sind gut besucht, und nicht zuletzt stehen die Franzosen regelmäßig mit Ständen auf den Stadtfesten", betonte Heinisch. "Wenn wir an das ,typische' Bild des Franzosen denken, was kommt uns da in den Sinn? Der Franzose mit Baskenmütze auf dem Kopf, Weinglas in der Hand und Baquette in der Fahrradtasche? Und umgekehrt? Der biertrinkende Deutsche in Lederhosen mit Brezel in der Hand auf dem Oktoberfest?"

Zwischen Urteil und Vorurteil, aber auch mit ironischem Blick, vor allem aber mit großer Leidenschaft blickt die neue Ausstellung im Museum auf Ähnlichkeiten und Unterschiede.

Generell ging es - damals wie auch heute - vor allem um ein Ziel: "die Toleranz", wie Bürgermeister Heinisch fand. "Das andere ist nicht besser, sondern einfach anders", fügt er hinzu.

Die neue Ausstellung ist noch bis zum 8. November 2015 im Museum Abtsküche, Abtskücher Straße 37, zu sehen. Das Museum Abtsküche ist geöffnet: mittwochs von 15 bis 19 Uhr, samstags von 13 bis 17 Uhr, sonntags von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

Quelle: RP
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