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Weihnachten Spüren
So fühlt sich das Familienfest gut an

Weihnachten Spüren: So fühlt sich das Familienfest gut an
FOTO: Blazy, Achim (abz)
Heiligenhaus. Bei Försters: Irid und Hannes Johannsen und die Kinder Frida, Michel und Mattis setzen daheim und draußen auf ruhige Tage. Von Sandra Kreilmann

Alle Jahre wieder fällt Familie Johannsen eines auf: Die Knethaken für den Mixer sind verschollen. Die Zutaten für den weihnachtlichen Plätzchenteig stehen dann meist schon parat, so dass nur eines hilft: "Alles mit der Hand kneten", sagt Vater Hannes Johannsen. Ein Vorschlag, der bei den beiden Ältesten, sieben und vier Jahre alt, meistens sofort gut ankommt. Richtig in den Teig hineingreifen, dabei das Mehl in der halben Küche verteilen und hin und wieder ein bisschen Teig stibitzen - natürlich nur zum Vorkosten, das gehört für die Försterfamilie mit in den Advent. Den verbringen sie in diesem Jahr zum ersten Mal im neuen Haus - und zu fünft. Während die Kinder und der Mann in der Küche wüten, verbringt sie die Zeit mit Matis, dem Jüngsten, fünf Monate alt. Der beschaut sich den weihnachtlichen Trubel noch mit manchmal großen und gerne auch müden Augen.

Michel schiebt Kiefernholzscheite zwischen die Heizungsrippen für einen besonderen Duft. FOTO: Blazy, Achim (abz)

"In der alten Wohnung hat man für alles seine festen Plätze gehabt, auch für die Deko, jetzt muss man sich neue Gedanken machen", sagt Irid Johannsen. Großflächige, gar blinkende Weihnachtsbeleuchtung ist nichts für die Fünf: Auf dem Esstisch liegen neben Deko aus der Natur, Papier, Schere und bunte Stifte, hier werden die Sterne gebastelt, die bereits an den Fenstern hängen. Einige der mit der Motorsäge kunstvoll geschnittenen Baumstämme die schon den Winterwald zum Weihnachtsmarkt im Rathaus-Innenhof geschmückt haben, finden nun endlich im eigenen Garten Platz: "Meine Frau hat sich gewünscht, dass wir davon dieses Mal ruhig auch mehr als nur Holzsterne mit nach Hause nehmen können", so der Förster, der noch eben schnell eine Kerze an der Weihnachtspyramide anzündet, während es an der Tür klingelt und seine Frau ein Paket annimmt. Förster Johannsen baut seit Jahren mit seinem Team den Weihnachtswald, seine Frau kümmert sich beim Weihnachtsmarkt um die offene Bühne. "Wir achten dabei bewusst darauf, dass kein lautes Karussell stört und Weihnachtsmusik nur von der Bühne her erklingt", erklärt Irid Johannsen. "Beim gemeinsamen Singen auf dem Weihnachtsmarkt, bei dem wir in diesem Jahr leider wenig Glück mit dem Wetter hatten, merkt man aber jedes Jahr, wie wichtig die Lieder den Besuchern sind." Aufgefallen ist ihr auch, dass es im Winterwald wirklich still bleibt. "Genau das ist es, was bei den Bürgern den Markt so beliebt macht, wie uns die Rückmeldungen verraten", so Irid Johannsen, die schmunzelnd feststellt: "Wenn die letzten Klänge des Weihnachtsmarktes verklungen sind und der Advent für uns noch mal in eine neue Phase geht, dann werden im Supermarkt die Plätzchen schon fast wieder weggeräumt." Für sie sind es die einzelnen Momente, die die Weihnachtszeit ausmachen, wenn der Tannenbaum steht und die Lichter brennen.

"Für uns Erwachsene vergeht die Zeit im Advent viel schneller als für die Kinder, für die das Warten auf Weihnachten ja kaum auszuhalten ist." Advent, so Hannes Johannsen, sei gerade mit Familie immer auch "ein bisschen Wahnsinn. Dass aber das Wort nicht nur in Wahnsinn steckt, sondern auch in Besinnung, trifft den Kern auch sprachlich schon ganz gut." Er nutzt die wenigen freien Momente, um im Wald oder auf dem Feld zur Ruhe zu kommen. "Jeder muss in sich selbst hinein horchen, wie man und mit der Familie den Advent und das Weihnachtsfest zelebrieren und den Zauber daran finden möchte. Ich möchte mir die Freude an dem Fest so lange wie möglich erhalten, auch wenn die Kinder nicht mehr klein sind. Ganz für mich."

Mutter Irid zeigt dem fünf Monate alten Mattis die Weihnachtswelt. FOTO: Blazy, Achim (abz)
Quelle: RP
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