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Ratingen
So schön wird das Wildgehege

Ratingen: So schön wird das Wildgehege
Der Tarpan war ein Wildpferd, das in den Waldgebieten Mitteleuropas lebte. In den 1930er Jahren wurde eine Rückzüchtung versucht. FOTO: A. Hüskes
Ratingen. Jetzt geht es los. Nach mehr als drei Jahren Planung wird noch in diesem Jahr mit der Erschließung und dem Bau des Wisentstalls im Neandertal begonnen. Der Stall ist Teil des seit 2014 in Planung befindlichen Projekts "Attraktivierung des Eiszeitlichen Wildgeheges". Von Oliver Wiegand

Ziel ist es, das Wildgehege für Besucher leichter zugänglich zu machen und den Blick auf Tarpane, Auerochsen und Wisente zu vereinfachen. . Dazu sollen fast 1,9 Millionen Euro investiert werden. Das sind fast 200.000 Euro mehr, als ursprünglich geplant. Hauptprojekt ist der Bau des neuen so genannten "Neandertalhofs". Was ist geplant?

Neandertalhof: Die Stadt Erkrath hat ein bislang als Acker genutztes Grundstück in der Nähe des S-Bahnhofs Millrath bereit gestellt. Das Gelände liegt in der Nähe der Hauptstraße. Dort wird allerdings erst 2018 der so genannte Neandertalhof gebaut. Seine Funktion: Man will Wisente als Art erhalten, aber auch Besuchern ermöglichen, wesentlich näher an die Wisente heran zu kommen.

Ein Multifunktionsraum für Besuchergruppen wie etwa Schulklassen bietet über eine Panoramascheibe weite Ausblicke auf die neu angelegten Weiden, auf denen die Tiere umherstreifen. Allerdings musste der Kreis hier umplanen. Fachleute von Zoos haben davon abgeraten, die ursprünglich vorgesehene Vergesellschaftung von Wisenten und Tarpanen tatsächlich zu realisieren. Grund: Die Gefahr von Rangkämpfen mit erheblichen Verletzungen und die Schwierigkeiten im täglichen Handling werden als zu risikoreich eingeschätzt. Deshalb werden in den zum Neandertalhof gehörende Stallanlagen nur Wisente einziehen. Dort sollen in Zukunft auch Wisente gezüchtet werden.

Eine ursprünglich vorgesehene Wohnung, die in das Gebäude des Neandertalhofs integiert werden soll, wird nun aller Voraussicht nach erst mal nicht gebaut. Die Wohnung würde rund 200.000 Euro mehr kosten. Es ist nicht nötig, dass die Tiere permanent unter tierpflegerischer Aufsicht stehen, meint der Kreis Mettmann. Die Wisente sind Wildtiere und kommen nur zur Fütterung und stundenweise zum Stall. Die Wisente bleiben auch nicht über Nacht im Stall. Dazu kommt: Ein Mitarbeiter wohnt zurzeit direkt am Wildgehege, so dass in Notfällen schnelle Hilfe möglich ist.

Neuer Stall: Tarpane und Auerochsen können problemlos auf einer Weide zusammen leben. Dazu soll der jetzige Wisentstall zu ei-nem Kombistall für Tarpane und Auerochsen umgebaut werden. Der Umbau zu einem Kombistall, macht aber einen Neubau der Außenanlage nötig, damit die Tier bei Erkrankungen besser voneinander zu trennen sind.

Neues Areal am Berg: Das für die Wisentzucht vorgesehene Bergstück wurde im vergangenen Jahr von Acker in Grünland umgewandelt und darüber hinaus Bäume und Hecken gepflanzt sowie ein Zaun gezogen. Der Kreis hat aber auch noch eine zweite Variante erarbeitet. Hierbei handelt es sich um eine Brücke, die im Siepentälchen des Waldes errichtet werden könnte. Die Brücke würde, von Osten kommend, vom Weg aus ebenerdig in den Wald des Siepentälchens geführt, würde dann den kleinen Talbereich in etwa sechs Metern Höhe überqueren und würde weiter westlich wieder in etwa das Ausgangsniveau des Wanderwegs erreichen.

Vorteil: Von der Brücke aus können die Besucher den Quellbereich des Siepenbaches sehen und gleichzeitig die Wisente beobachten. Das führt zu einem Perspektivwechsel bei der Beobachtung der Tiere, gleichzeitig befindet sich der Besucher im attraktiven höheren Baumbereich. Da Wisente auch gerne einen Waldbereich aufsuchen, würde diese Brückenvariante mit der Integration des Siepentälchens auch noch zu einer natürlicheren Umgebung für die Wisente beitragen. Und: Es können die Tiere im Wald beobachtet werden.

Aussichtsplattform: Für die Attraktivierung des erweiterten Wildgeheges ist eine neue Aussichtsplattform geplant. Die Besucher erhalten durch die barrierefrei zu erreichende Aussicht einen hervorragenden Blick auf die neuen Weideflächen und somit auf die Tiere. Auch ist hier der Blick über das ganze Neandertal in Richtung Nordkreis beeindruckend. Insgesamt sind für die Plattform Kosten in Höhe von 25.000 Euro angesetzt. Der Bau ist im Haushalt 2017 eingeplant und vorgesehen.

Quelle: RP
 
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