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Ratingen
So viele Freiwillige gab es noch nie

Ratingen: So viele Freiwillige gab es noch nie
Die große Hilfsbereitschaft hat auch mit den vielen Flüchtlingen zu tun, so das Fazit der Börse. Das Bild zeigt ein Caritas-Treffen zur Flüchtlingsarbeit. FOTO: privat
Ratingen. Die Jahresbilanz der städtischen Freiwilligenbörse ist umwerfend. Ab dem 1. Juli 2015 begann der Boom. Von Gabriele Hannen

Natürlich sollte man darüber sprechen, wenn Gutes getan wird und wie das geschieht - sonst wüssten viele weitere Hilfswillige gar nicht, wie sie was machen könnten, wenn sie wollten. Und in Ratingen wollen viele helfen. Die Jahresbilanz der städtischen Freiwilligenbörse jedenfalls ist umwerfend.

"Einen Ansturm so vieler Freiwilliger hat es bisher in unserer Geschichte noch nicht gegeben. Wir zählten 200 neue Freiwillige. Bis zur Jahresmitte meldeten sich erst einmal 38 Interessierte - das sind so viele, wie wir es aus vergangenen Jahren eigentlich kennen. Ab dem 1. Juli begann jedoch ein unglaublicher Boom: 168 neue Freiwillige sprachen vor", erklärte Dorit Schäfer, Sprechern der Börse. "Das war mehr als das Doppelte als sonst in einem ganzen Jahr." Natürlich hatte das mit den Flüchtlingen zu tun, deren Betreuung bundesweit eine riesige Hilfsbereitschaft provozierte. Und die Ratinger standen anderen Gegenden in nichts nach. Zum 31. Dezember waren 323 Freiwillige ehrenamtlich aktiv.

Es hatten sich so viele Freiwillige gemeldet, dass Gruppeninterviews angesetzt werden mussten. Üblich sind Einzelgespräche, um die Freiwilligen ihren Wünschen und dem Bedarf entsprechend einsetzen zu können. Es gab eine 18 Seiten umfassende Liste mit neuen freien Mitarbeitern. Überwiegend war Unterstützung in der Flüchtlingshilfe gefragt. Allerdings klappte die Vermittlung in diesen Bereich gar nicht so schnell, weil die dafür zuständige Caritas auch erst Helferkreise aufbauen musste. So wurden viele Freiwillige auch in andere offene Angebote vermittelt. Die erste Motivation für eine ehrenamtliche Tätigkeit war auch 2015 "etwas für mich und andere tun", dicht gefolgt von "gesellschaftliche Verantwortung übernehmen" und danach "Gutes tun". 16 Freiwillige haben selber einen Migrationshintergrund, sie kommen aus 14 europäischen, asiatischen und südamerikanischen Ländern. Und, was auch noch in den Bereich Statistik gehört: 59 Prozent der Freiwilligen arbeiten wöchentlich unter fünf Stunden. 23,5 Prozent sind zwischen 50 und 59 Jahren alt, 21,5 Prozent von 60 bis 69 Jahren, sieben Prozent sind im Alter von 70 bis 80 Jahren. 18 Prozent sind 40 bis 49 Jahre alt. Und ein Viertel der Helfer sind noch nicht 20 bis 40 Jahre alt. Bildeten bisher die 60- bis 69-Jährigen die größte Teilnehmergruppe, so sind es nun die 50- bis 59-Jährigen. Den vielen Flüchtlingen helfen viele berufstätige jüngere Menschen, die sich in den Abendstunden oder am Wochenende einbringen.

Das Projekt "Familien entlastende Dienste" stand zwar im Schatten der Flüchtlingshilfe, konnte aber ebenfalls Erfolge aufweisen: Es gab neben schulischen Bildungsangeboten Yogakurse, es gab Feste, die die Gemeinschaft förderten, es gab gute Begegnungen.

Quelle: RP
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