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Ratingen
Spielen ist echter Denksport

Ratingen: Spielen ist echter Denksport
Spaß am Spiel ist keine Altersfrage - die kleine Lara und ihre Eltern schauten sich bei der Spielmesse gründlich um. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Rund 2000 Besucher kamen zu den Spieletagen in die Stadthalle - zum Üben und Lernen. Von Karl Ritter

Spiele, wohin das Auge blickt. Es mögen mehrere hundert Gesellschaftsspiele gewesen sein, die beim Flohmarkt der Spieletage angeboten wurden. Für kleines Geld gab es da so manches Schnäppchen - und gleichzeitig noch die Gelegenheit, etwas für den guten Zweck zu tun. Denn viele Spielespender verzichteten auf die Einnahmen, die nun zum Beispiel in die Arbeit mit Flüchtlingskindern fließen sollen. "Ich finde das eine gute Idee, die ich gerne unterstütze. Und außerdem habe ich gleich noch einige alte Spiele-Schätzchen für meine Sammlung zuhause gefunden", freute sich Besucherin Irena Zimmermann.

Kein Auge dafür hatten die Spieler an den Tischen, die auf der großen Bühne im Hauptsaal der Stadthalle aufgebaut waren. Denn dort wurde nicht nur bloß zum Spaß gespielt, ging es doch für einige Besucher sogar zum Beispiel beim Spiel "Siedler von Catan" um die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. Und so saßen junge und alte Siedler-Fans in trauter Eintracht zusammen. An einem Tisch spielen drei junge Männer, denen man vom optischen Erscheinungsbild eher Aktivitäten vor dem heimischen Computer zugetraut hatte, schon seit über einer Stunde: "Das ist einfach nur Kult und macht Spaß. Da vergesse ich alles um mich herum", sagt Frederick Becker und ist schon wieder in den nächsten Zug vertieft.

Dass die Spielemesse langsam an der Kapazitätsgrenze angekommen ist, hatte Mitorganisator Thomas Fedder vom Kulturamt schon vorher gewusst: "Mehr Aussteller können wir nicht mehr nehmen." Und in der Tat, mit den 50 Ständen von Spieleverlagen, Vereinen und Spieleautoren war es mehr als voll. Jeder Platz war genutzt. Und das nahmen auch die Besucher dankend an. Gerade das schlechte Wetter ab Samstagnachmittag sorgte für einen wahren Ansturm, so dass letztlich rund 2000 Menschen die Gelegenheit nutzten, sich über Spiele ohne Bildschirm und Computermaus zu informieren.

Erstmals fanden die Spieletage in dieser Form im Jahr 2010 statt - und seitdem immer am ersten Wochenende der Osterferien. Die Idee dazu entstand bei der Spieleausstellung, die 15 Jahre lang im Haus im Turm stattfand und jedes Mal rund 150 Besucher anlockte. Die Idee zum Spieleflohmarkt war übrigens schon länger geboren und sorgt seitdem für den einen oder anderen Freudensprung. Wie zum Beispiel bei Annika und Tom Klement aus Wuppertal, die die Gelegenheit nutzten, um sich nach Neuheiten umzuschauen, aber auch alte Schätzchen wiederzuentdecken. "Ich habe eine Ausgabe von ,Hase und Igel' gefunden", jubelte Annika, "das habe ich als Kind immer gespielt." Genau dies hatten die Organisatoren im Sinn, als sie sich entschieden, in diesem Jahr den "Bring & Buy"-Flohmarkt zu starten. Am Rande des Foyers - wegen der großen Menge an Ausstellern etwas eingezwängt - konnte jeder Besucher seine Spiele zu einem Festpreis verkaufen und Schnäppchen erstehen. Annika war jedenfalls hellauf begeistert, was sie dort in den großen Stapeln alles entdecken konnte.

Auch in diesem Jahr gelang es Stadt und evangelischer Jugendarbeit, die die Spieletage gemeinsam veranstalten, das Ganze bei freiem Eintritt über die Bühne zu bringen. Und das soll selbst in Zeiten knapper öffentlicher Kassen weiter so bleiben. "Das macht den Charakter der Spieletage als Veranstaltung für alle Generationen aus", befand Thomas Fedder.

Quelle: RP
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