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Ratingen
Spitzentechnik im Zeichen des Drachen

Ratingen. 1915 wurde die japanische Mutter von Yokogawa Deutschland gegründet. Am Stammsitz in Ratingen sind 130 Mitarbeiter beschäftigt, rund ein Viertel davon kommt aus Städten im Kreis Mettmann. Von Stefan Mülders

Produkte von Yokogawa finden sich nicht im Supermarktregal. Darum ist das in Japan gegründete und beheimatete Unternehmen selbst auch kaum bekannt - zumindest nicht in der breiten Bevölkerung. Aber ohne die Prozesstechnik von Yokogawa würde es zahlreiche Produkte nicht oder nicht in dieser Form geben.

In Ratingen, dem Stammsitz von Yokogawa Deutschland und weltweitem Kompetenzzentrum für die Chemie- und Pharmaindustrie, wurde jetzt das 100-jährige Bestehen des Gesamtunternehmens gefeiert - mit zahlreichen Mitarbeitern, Bürgermeister Klaus Konrad Pesch, der Ratinger Landtagsabgeordneten Elisabeth Müller-Witt und dem japanischen Generalkonsul in Düsseldorf, Ryuta Mizuuchi.

Hermann van den Berg, Europa-Präsident des Unternehmens, erläuterte zunächst einige Werte - die DNA - von Yokogawa, die zu Gründungszeiten noch die gleiche Bedeutung hatten wie heute. Sie fänden sich auch im Unternehmenslogo widergespiegelt. Dieses gleicht in der Grundform einem Flugdrachen, dessen Spitze Sinnbild für die Spitzentechnologie sein soll. Die abgerundeten Achsen im unteren Bereich stehen für Freundlichkeit und Warmherzigkeit der Mitarbeiter und die gelbe Farbe für die Sonne als Energiespender. Alles zusammen steht für den gesamtgesellschaftlichen Wert und sei damit die Erklärung dafür, wie es das Unternehmen überhaupt schaffen konnte, 100 Jahre alt zu werden.

Die Frage nach der großen Feier beantwortete er etwas später: Als Dank an alle Wegbegleiter, Mitarbeiter und Kunden zum einen, zum anderen mit Blick auf die nächsten 100 Jahre. Dazu erläuterte er kurz die Drei-Jahres-Strategie von Yokogawa, in der man auf eine enge Zusammenarbeit mit den Kunden setze und darauf, weiter ein technologisch führendes und effizient arbeitendes Unternehmen sein zu wollen. Dazwischen hatten Pesch, Müller-Witt und Mizuuchi Gelegenheit, ihre Grußworte an Unternehmen und Mitarbeiter zu richten, in denen auch sie eher den Blick auf den nächsten 100 Jahre richteten als auf die Vergangenheit.

Pesch und Müller-Witt betonten die Bedeutung von Yokogawa für die Region, als Arbeitgeber und Technologieführer. Sie betonten die Bedeutung der "nächsten industriellen Revolution", der zunehmenden Digitalisierung in der Industrie. Nach Ansicht von Elisabeth Müller-Witt seien in der grundsätzlichen wirtschaftlichen Situation Parallelen zu sehen zur Gründungszeit des Unternehmens in Japan. Außerdem hob sie die enge wirtschaftliche Verbindung hervor: NRW sei das einzige Bundesland mit einer eigenen Niederlassung in Japan. Für Generalkonsul Ryuta Mizuuchi war das Yokogawa-Jubiläum der erste offizielle Termin in seinem neuen Amt. "Ich bin erst vor elf Tagen nach Nordrhein-Westfalen gekommen", betonte er. Dieses Ereignis werde ihm sicher lange in Erinnerung bleiben. Mizuuchi stellte heraus, das Yokogawa in Ratingen der drittstärkste Wirtschaftsstandort für Japan in Deutschland sei. Dass der starke Wille des Unternehmensgründers noch heute weltweit in den Standorten zu spüren sei, habe entscheidend dazu beigetragen, dass Yokogawa sich zu einem Global Player in der Automatisierung der Messtechnik entwickelt hat.

Auch er betonte die Bedeutung der Digitalisierung in der Industrie für die Zukunftsfähigkeit aller Unternehmen.

Abgerundet wurde der offizielle Teil der Feier durch einen Auftritt der Taiko Kids aus Düsseldorf.

Mit ihrer Trommel-Show brachten sie ein Stück japanischer Tradition in die Eingangshalle von Yokogawa.

Quelle: RP
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