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Heiligenhaus
Sport - umsonst und draußen: Fitness-Parcours im Test

Heiligenhaus: Sport - umsonst und draußen: Fitness-Parcours im Test
"Calisthenics" heißt der Fitnesstrend, den Trainerin Anke Reetz den Sportlern nahebringt. FOTO: Achim Blazy
Heiligenhaus. RP-Mitarbeiterin Sandra Kreilmann startete den schweißtreibenden Selbstversuch. Von Sandra Kreilmann

"No Sports!" Von wegen! Auch wenn Winston Churchill meine bisherige Einstellung zu Sport im Allgemeinen so knapp wie treffend zusammengefasst hat - vorbei ist es damit. Die beste Einladung endlich Sport zu machen und dabei zu bleiben ist die neue Outdoor-Sportanlage, am ehemaligen Bahnhof Isenbügel, direkt am Panorama-Radweg.

Der kleine Fitness-Park liegt wenige Minuten von meiner heimischen Haustür entfernt. Keine ungünstigen Öffnungszeiten eines Fitness-Studios, kein "zu weit weg" gelten als Ausrede. Und so schwieg am letzten Donnerstag sogar der innere Schweinehund. Na gut, vielleicht war ihm bei über 30 Grad einfach nur so heiß, dass er keine Kraft mehr hatte, sich zu wehren. Trotzdem: Los geht's! Es war der erste Donnerstag nach der offiziellen Eröffnung, und regelmäßig, drei mal im Monat, wird es hier professionelle Anleitung und Hilfestellungen zu den Geräten von Anke Reetz und ihrem Mann Stephan von der SSVg geben. Stets donnerstags, 18 bis 20 Uhr, gibt's von den beiden Tipps für gesundes Training. Ganz ohne Anmeldung und Kosten. Acht Übungen, darunter Klimmzüge und Liegestütze, sind dabei.

Beim Hangeln ist Griffsicherheit gefragt. Gute Dienste leisten Trainingshandschuhe - ein Muss sind sie nicht. FOTO: Achim Blazy

Acht Übungen stehen auf Info-Tafeln beschrieben, doch der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. "Hier kann man eigentlich alle Grundübungen durchführen, und mehrere Muskelgruppen auf einmal ansprechen. Das eigene Körpergewicht ist die Grundlage." Calisthenics heißt der Trend. "Falsches Training kann allerdings zu erheblichen Verletzungen führen. Ausgerenkte Wirbel oder Arme, verdrehte Gelenke, Rückenprobleme oder Ähnliches." Die Hilfe durch die erfahrenen Übungsleiter der SSVg, die drei Monate lang angeboten wird, sollte man als Anfänger nutzen. "Trainingshandschuhe sind auch eine gute Idee", sagt Reetz. Und dass das ein Tipp ist, der durchaus sinnvoll ist, merke ich, als ich später beim Hangeln in über zwei Metern Höhe den Halt verliere und abrutsche.

"Es gibt viele schöne Übungen", erklärt Reetz, während sie ihr Handtuch auf das abgerundete Gerät legt, auf dem der untere Rücken trainiert werden soll. Sie zeigt die Übung, die bei ihr ziemlich leicht aussieht. Ich mache es ihr nach, und leicht ist es nicht. Mit dem Bauch drauf legen, die Füße erst hinten auf dem Gestänge ablegen, dann den Körper anspannen und die Füße, parallel gehalten, an und abheben. Das trainiert den unteren Rücken. "Die Muskeln müssen alle angespannt sein", sagt Reetz und korrigiert meine Fußstellung, dann gibt's das erste Lob. Und auch die erste Vorahnung - Muskelkater droht.

Und damit werde ich nicht die einzige sein. "Nicht mit Überheblichkeit dran gehen. Lieber erst mal weniger und dann steigern", sagt Stephan Reetz. Der Tipp des Paares: "An die Grenzen gehen, aber nicht darüber hinaus." Zwei junge Männer nutzen die Chance auf das Training ebenfalls. "Auf den ersten Blick gefällt uns die Anlage gut, so was gibt es ja kaum", sagt einer der beiden, der extra aus Langenberg vorbei gekommen ist. "Fast so wie die Trimm-dich-Pfade von früher." Übrigens: Auch die Ringe, die früher in der Schulsporthalle für so manchen bedrohlich wie ein Folterinstrument über den Köpfen schwangen, sind hier zu finden. Kleiner Unterschied: Noten gibt es hier nicht.

Quelle: RP
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