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Lokalsport
04/19: Ein Traumtor und ein Arbeitssieg

Duisburg. Im Niederrheinpokal gewinnt der Fußball-Oberligist in Homberg. Keser spielt stark, Wollert trifft nach Zaubertrick. Von André Schahidi

Zwölf Minuten waren noch zu spielen im Niederrheinpokal-Duell zwischen dem VfB Homberg und Ratingen 04/19, als im Duell zwischen dem Landes- und Oberligisten ein Hauch von Weltklasse-Fußball einkehrte. Yannick Wollert sorgte für diesen Moment. Es stand 1:0 für Ratingen, als Wollert einen flachen Passt mit der Hacke über seinen eigenen Kopf und den des Gegenspielers lupfte, hinterherlief und den Ball im Tor unterbrachte. Ein Hauch von Dennis Bergkamp im PCC-Stadion zu Homberg, das bei kalten Herbsttemperaturen und einem 3:0-Sieg für den RSV viel fußballerische Schonkost bot.

"Das wollte ich schon so machen", sagte Wollert nach dem Spiel und grinste breit. Er wirkte fast ungläubig, dass er solch ein Kabinettstückchen hinbekam. Vor allem war es das vorentscheidende 2:0. "Das hat er überragend gemacht", sagte Michael Kulm, der Sportliche Leiter des RSV. "Ich stand fast daneben. Das war große Klasse."

Vom restlichen Spiel konnte man das nicht unbedingt behaupten, auch wenn der Unterhaltungswert der Partie durchaus hoch war. Ein Klassenunterschied war nicht direkt zu erkennen - auch wenn die Gäste insgesamt ein wenig reifer wirkten. So zum Beispiel beim 1:0, als Yusuf Keser im Strafraum komplett freigespielt wurde. Der Mittelfeldakteur hatte keine Mühe und lieferte auch danach ein sehr gutes Spiel ab. "Endlich", sagt er danach. "Die letzten Wochen waren nicht so gut, daher war es wichtig für mich, mal wieder eine vernünftige Leistung abzuliefern." Fast hätte Keser selbst für das 2:0 sorgen können, er scheiterte Mitte der zweiten Hälfte jedoch aus kurzer Distanz.

Und so war die Partie bis zur 78. Minute durchaus spannend. Und Ratingen hatte gar ein wenig Glück. Denn die Gastgeber überzeugten vor allem durch ausgeprägte Blindheit vor dem RSV-Gehäuse. Chancen genug, mindestens den Ausgleich zu erzielen, waren durchaus da. Doch entweder stand der starke Dennis Raschka im Weg - oder, und das war der Regelfall, die Möglichkeiten wurden kläglich vergeben.

Vor allem Ex-RSV-Akteur Dennis Wibbe dürfte sich ärgern. Gegen seine alten Kollegen verpasste er zum Beispiel einen Ball drei Meter vor der Torlinie und ärgerte sich danach schwarz. "Natürlich war da auch ein bisschen Glück bei", sagte Trainer Peter Radojewski. Zum Beispiel, als Thomas Denker einen Schuss so gerade noch mit dem Kopf am Pfosten vorbeilenkte. Die Duisburger reklamierten danach vehement - er soll den Arm benutzt haben.

Weil beide Mannschaften ihre Chanchen zunächst ausließen, war das 2:0 durch Wollert dann der Nackenschlag für das durchaus gut dagegenhaltende Heimteam. Das 3:0 nach einem Kopfball von Adnan Hotic war dann schon zu viel des Guten. "Das musste so wirklich nicht sein", sagte Verteidiger Julian Dusy, im vergangenen Jahr ebenfalls noch auf Ratinger Seite tätig. RSV-Trainer Radojewski sah "einen Schritt nach vorn", sein Team habe auch unangenehme Phasen überstanden. Als Lohn gab es neben dem Sieg noch zwei Tage frei.

Quelle: RP
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