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04/19: Noch einmal über sich hinauswachsen

Lokalsport: 04/19: Noch einmal über sich hinauswachsen
Ratingens Top-Stürmer Daniel Keita-Ruel (l.) kämpft gegen Darko Anic um den Ball - das Hinspiel verlor Ratingen 1:2 in der Nachspielzeit gegen den KFC. FOTO: Lothar Strücken
Ratingen. Nach drei Siegen in Folge ist das Top-Spiel gegen den KFC Uerdingen ein Bonus: Ein Erfolg wäre toll - ist aber nicht fest eingeplant. Von André Schahidi

Jens Stieghorst ist ein wenig im Stress. Am Sonntag kommt der KFC Uerdingen ins Stadion von Ratingen 04/19 - und vor dem Spitzenspiel gibt es doch ein paar kleinere Problemchen. Die Krefelder bringen traditionell viele Anhänger mit. Doch ausgerechnet nun hat die Polizei die Gegentribüne des Stadions gesperrt. "Hinter der Tribüne ist eine Baustelle", sagt Stieghorst. Heißt: Die Ordnungshüter haben ein wenig Angst davor, was die Uerdinger Anhänger so alles mit Baumaterialien anstellen könnten. Also müssen die Gästefans in die Kurve hinter das Tor - und das bei Wettervorhersagen, die nicht gerade rosig sind.

"Die ganzen Sicherheitsbedingungen machen das Spiel für uns leider deutlich teurer", sagt Stieghorst, der daher um Verständnis dafür wirbt, dass gegen Uerdingen die Eintrittspreise für die Haupttribüne leicht angehoben werden: zehn Euro kostet der normale Sitzplatz, ermäßigte Karten kosten acht Euro. Die Plätze in der Gästekurve gehen - mangels Dach - für einheitlich acht Euro über die Theke.

Erwartet werden nicht ganz so viele Uerdinger wie zu normalen Spielen. Denn der Aufstiegszug ist für den Gegner längst abgefahren, die letzten Ergebnisse der Uerdinger sprechen nicht immer für die Rot-Blauen. "Ich habe Uerdingen aber unter der Woche gegen Essen gesehen", sagt Trainer Peter Radojewski. "Die Mannschaft ist stärker besetzt als wir, da sind wir nur Außenseiter. So gehen wir auch in das Spiel." Trotz allem können die Gastgeber aber halbwegs entspannt auflaufen. "Niemand von uns hätte gedacht, dass wir in der Englischen Woche aus drei Spielen neun Punkte holen", sagt Abwehrchef Adnan Hotic. "Von daher kann man Uerdingen ein wenig als Bonus sehen." Heißt: Ein Sieg wäre toll - aber angesichts der nicht mehr ganz so prekären Situation wie vor zwei Wochen kein zwingendes Muss.

Den Trainer freut vor allem der Aufwärtstrend der Mannschaft, die tatsächlich von Spiel zu Spiel - auch als die Ergebnisse noch nicht dementsprechend waren - besser auftrat. "Wir dürfen aber weiter nicht vergessen, wo wir herkommen", mahnt er. Zumal das Restprogramm mit Heimspielen gegen Uerdingen, Oberhausen II und Wuppertal sowie Auswärtspartien in Schonnebeck, bei Schwarz-Weiß Essen und Kapellen-Erft kein wirklich leichtes ist. "Deshalb müssen wir auch in Spielen wie gegen Uerdingen mal etwas holen", sagt Radojewski. "Wenn man da mal einen Dreier holt, ist das ein klares Ausrufezeichen."

Gründe für den Aufschwung gibt es so einige. Während die meisten Spieler den Umzug in das große Stadion, das damit verbundene Ambiente und vor allem den Naturrasen anführen, sind es für Radojewski einzelne Faktoren - zum Beispiel, dass einige Akteure wie Orhan Dombayci, die lange verletzt waren oder mit Wehwechen zu kämpfen hatten, endlich wieder fit sind. "Man merkt ihre spielerische Qualität." Das gilt inzwischen auch für Daniel Keita-Ruel und Carlos Penan - und zwar so sehr, dass die Vereinsführung mit dem Duo gerne weitermachen möchte. "Ich würde sehr gerne mit Keita weitermachen", sagt Radojewski. "Aber es liegt an ihm, ob er bleiben will. ich denke, er könnte mit Marvin Ellmann einen tollen Sturm bilden." Auch zu Penan findet Radojewski inzwischen viele lobende Worte. "Er ist immer noch kein Torjäger", sagt der Trainer. "Aber er rackert sich ab, bringt das Körperspiel rein. Und hat sich zuletzt auch wirklich Chancen erarbeitet." Am glücklichsten wäre der Coach, könnte er in der kommenden Saison mit Keita, Penan und Ellmann zusammenarbeiten: "Dann hätte ich drei komplett unterschiedliche Stürmer. Das wäre perfekt", sagt er.

Quelle: RP
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