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Lokalsport
04/19 stolpert gegen Oberhausen II

Ratingen. Dem Fußball-Oberligist gelingt gegen den Absteiger nur ein 1:1 - das Radojewski-Team muss nun noch etwas zittern. Von André Schahidi

Peter Radojewski nahm kein Blatt vor den Mund. "Wir hatten kein Zweikampfverhalten, haben Katastrophenbälle gespielt und keine Laufbereitschaft gezeigt", sagte der Trainer von Ratingen 04/19 nach dem müden Kick seiner Oberliga-Schützlinge gegen Rot-Weiß Oberhausens U23. Treffer, versenkt, kann man sagen. Denn was der RSV gegen den nach diesem Spieltag sicheren Absteiger zeigte, hatte mit Oberliga-Fußball herzlich wenig zu tun.

"Wir sind schon schlecht in das Spiel reingekommen", gab Phil Spillmann zu. "Irgendwie hat die richtige Stimmung gefehlt." Sein Trainer pflichtete ihm bei. "Als uns das Wasser bis zum Hals stand, haben alle gekämpft", sagte Radojewski. "Und jetzt spielen wir zum Ausklang der Saison wieder larifari." Dabei ist der RSV noch nicht einmal vor dem Abstieg gerettet. Sechs Punkte beträgt der Vorsprung der Ratinger vor dem ersten "virtuellen" Absteiger MSV Duisburg U23 - aber auch nur, weil Gegner Wuppertal das 1:0 der Zebras noch ausglich. Und weil der VfB Hilden ein 0:1 gegen Uerdingen noch zum Sieg drehte, rücken alle wieder enger zusammen.

Auch wenn es rechnerisch noch nicht sicher ist - nach menschlichem Ermessen dürfte der Klassenverbleib für die Ratinger nach diesem Spieltag gesichert sein. Sechs Zähler Vorsprung bei noch neun zu vergebenden Punkten - das ist kaum noch zu verspielen. "Aber wir haben noch die schweren Spiele gegen Schwarz-Weiß Essen, Wuppertal und Kapellen", betont der Trainer. Dennoch - mit einem Sieg hätte sich 04/19 gefühlt aller Sorgen entledigen können.

Danach sah es aber vor der Saison-Minuskulisse von rund 50 Zuschauern - Fortunas Abstiegs-Krimi und das schöne Wetter waren harte Konkurrenz - zu eigentlich keinem Zeitpunkt aus. Eine halbe Stunde plätscherte die Partie vor sich hin, bevor Adnan Hotic nach einem Kopfball auf der Linie in letzter Sekunde klärte. Die Tat war dennoch nutzlos, denn eine Minute später erzielte Oberhausen das 1:0 - Boran Sezen wurde sträflich alleine gelassen.

Immer dann, wenn der RSV das Tempo ein wenig anzog, gerieten die Gäste ins Schwimmen. Das Problem war nur, dass das fast nie geschah. Das sah auch Radojewski, der nach einer Stunde Karoj Sindi ins Team brachte. Dessen Tempo sorgte auch prompt für das 1:0. Sindi setzte sich auf der rechten Seite durch, flankte den Ball von dort auf Daniel Keita-Ruel. Dessen Schuss konnte der Torhüter nur Abklatschen und Spillmann erzielte das 1:1. "Ich bin auf Verdacht reingelaufen", sagte der Torschütze.

Überhaupt war es meist Spillmann, von dem Gefahr ausging. Kurz vor dem Ende jagte der "Sechser" einen Freistoß nur Zentimeter am Tor vorbei, kurz darauf konnten die Oberhausener seinen starken Solo-Lauf nur mit einem Trikot-Zupfer stoppen. Die paar anderen guten Gelegenheiten verballerte vor allem Nico Wehner ein wenig kopflos. "Das war viel zu wenig von uns", befand Spillmann, der sich wie seine Teamkollegen direkt nach Abpfiff eine ordentliche Standpauke vom Trainer anhören durfte. "Mich ärgert, dass wir letzte und diese Woche insgesamt vier Punkte verschenkt haben", sagte Radojewski.

Niemand wollte ihm da widersprechen.

Quelle: RP
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