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Lokalsport
04/19 tritt weiter auf der Stelle

Ratingen. Der Fußball-Oberligist spielt beim MSV Duisburg II nur 0:0. Die Offensivprobleme dauern an. Von André Schahidi

Nach Abpfiff wird es noch einmal kurz ungemütlich auf dem Neben-Neben-Nebenplatz des Duisburger Fußball-Nachwuchsleistungszentrums. Auf dem Kunstrasenplatz, auf dem sich schon die italienische Nationalmannschaft auf ihren WM-Sieg 2006 einspielte, bekommen sich Thomas Denker, Kapitän von Ratingen 04/19, und ein paar Halbstarke aus der zweiten Mannschaft des MSV Duisburg in die Haare. Peter Radojewski steht zehn Meter entfernt, schaut sich die Szene an. Es bleibt jedoch bei ein paar Wortgefechten, am Ende gehen alle Kontrahenten fast einträchtig den rund zehnminütigen Fußmarsch zurück zum Kabinentrakt.

Das Spiel selbst glich der Szenerie nach Abpfiff: Ein paar Strohfeuer - ja. Aber wirklich Handfestes lieferten die beiden Abstiegskandidaten über 90 Minuten nicht ab. Wodurch es am Ende 0:0 stand, ein Ergebnis, das letztlich in Ordnung ging. Denn auch wenn 04/19 gerade nach der Pause einige gute Gelegenheiten durch Stefan Rott, Carlos Penan oder Phil Spillmann hatte, so hatte der RSV noch in der ersten halben Stunde Glück (und Torhüter Dennis Raschka) - hier hätten schon ein, zwei Treffer für die Gastgeber fallen können.

Kurz nach der zweiten vergebenen Duisburger Großchance durfte Daniel Keita-Ruel ganz alleine auf das MSV-Tor zulaufen. Doch dem zuletzt sehr glücklosen Angreifer flatterten wohl die Nerven, er verzögerte seinen Antritt zu stark und brachte am Ende nur noch einen Kullerball auf das Tor. "Da merkt man vielleicht das mangelnde Selbstvertrauen bei Keita", sagt Radojewski. "In der Hinrunde hätte er den Ball wahrscheinlich locker am Gegenspieler vorbeigezogen und trocken flach verwandelt."

Es war die einzig nennenswerte RSV-Chance vor der Pause, weswegen Radojewski reagierte. Für den erneut völlig ungefährlichen Yannick Wollert kam Carlos Penan, Stefan Rott für Timo Krampe und kurz darauf Orhan Dombayci für den ebenfalls glücklosen Karoj Sindi. Sofort war mehr Zug drin , die Flügel wurden überzeugender besetzt, die Flanken kamen besser an. Eine davon hätte Carlos Penan fünf Minuten vor dem Ende zum 1:0 nutzen können - er wurde jedoch arg elfmeterreif von hinten gestoßen. Der fällige Pfiff des ansonsten ordentlich, aber zu großzügig leitenden Schiedsrichters blieb aus. Es war nur eine Szene in einer insgesamt immer härteren Partie mit vielen kleinen Aggressionen. Allein in den letzten zwölf Minuten kassierten die Duisburger fünf Gelbe Karten.

In der Nachspielzeit hätte Phil Spillmann die drei Punkte trotzdem noch für Ratingen eintüten können. Er schlenzte den Ball jedoch völlig freistehend vor dem Gehäuse nur über das Tor, weswegen es am Ende beim gerechten 0:0 blieb. Trainer Radojewski haderte hinterher erneut mit dem lahmen Offensivspiel seiner Mannschaft. "Wir schießen den Ball einfach nicht auf oder in das Tor", sagt er. "Das ist manchmal wirklich ein bisschen kläglich. Statt zu schießen wird immer nochmal der Haken gemacht. Wir müssen zielstrebiger sein." Dafür wird es auch langsam Zeit. Denn der Vorsprung des RSV auf die Abstiegsränge der Oberliga schmilzt immer weiter zusammen: Weil die Kellerkinder durch die Bank punkteten, ist der erste Abstiegsrang, den der 1. FC Mönchengladbach nach einem 1:0-Sieg in Wuppertal belegt, nur noch vier Punkte entfernt.

Quelle: RP
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