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04/19 zeigt kaum Gegenwehr in Velbert

Lokalsport: 04/19 zeigt kaum Gegenwehr in Velbert
Adnan Hotic (2.v.r.) wurde in Velbert zur Halbzeit ausgewechselt - für ihn rückte Phil Spillmann (l.) in die Innenverteidigung. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Der Fußball-Oberligist lässt sich beim 0:4 am Nasenring durch die Manege führen. Es drohen Konsequenzen. Von André Schahidi

Das stärkste Zeichen im Spiel beim Spitzenreiter setzte Ratingen 04/19 in der Halbzeitpause. Genauer gesagt, war es Trainer Peter Radojewski, der nach der ersten Hälfte bei der SSVg Velbert mit einem Paukenschlag aufwartete. Zur zweiten Halbzeit kehrten die beiden Führungsspieler Marvin Ellmann und Adnan Hotic nicht mehr auf den Platz zurück - und wurden durch Nico Wehner und Emrah Cinar ersetzt. Durch zwei Spieler, die weniger mit filigraner Technik glänzen können, dafür aber mit unbändigem Kampfgeist zu Werke gehen. Und tatsächlich: Auch wenn der RSV vor und nach der Pause jeweils zwei Treffer zum 0:4-Endstand kassierte, waren es trotzdem zwei komplett unterschiedliche Halbzeiten.

"Leistungsträger sind nur solche, wenn sie ihre Leistung auch bringen", sagte der Trainer nach der Lehrstunde im Derby vielsagend. Ellmann hatte in der ganzen ersten Hälfte genau einen Torschuss und hing weitgehend in der Luft. Adnan Hotic hatte die Abwehrreihe des RSV nach Radojewskis Geschmack viel zu weit nach hinten gezogen - und dort verharrte sie in Ehrfurcht vor den schnellen und technisch starken Velbertern. "Das war so vorher auch nicht abgesprochen", sagte der Trainer angefressen.

Bis zum 0:1, das nach 28 Minuten und mehreren eklatanten Abwehrfehlern fiel, spielte 04/19 wenigstens halbwegs, wenn auch sehr passiv, mit. Beim Gegentreffer jedoch ließ sich Stefan Rott auf dem Flügel abkochen. Und die Innenverteidigung ließ dem Torschützen Schmidt nach einem schlechten Pass noch alle Zeit, in aller Ruhe zu drehen. Spätestens nach dem Treffer ließen sich die Ratinger von den abgeklärten Hausherren, die teilweise mit zwei, drei Spielern auf den Ballführenden gingen, am Nasenring durch die Manege ziehen. Es folgten jämmerliche 15 Minuten, die gespickt waren mit Angst, Fehlpässen und einem zweiten Gegentor. Torhüter Dennis Raschka segelte unter eine Flanke durch, kein Abwehrspieler war bei Schmidt, der per Kopf seinen zweiten Treffer erzielte. Dass der RSV die Kabine mit "nur" zwei Gegentoren erreichte, war nach einem Hotic-Schnitzer mit anschließendem Pfostentreffer reines Glück.

Ob es an den Auswechslungen lag, lässt sich hinterher natürlich nicht belegen - nach der Pause aber zeigte Ratingen ein ganz anderes Gesicht. Es war spielerisch bei Weitem nicht hochklassiger, was der RSV bot. Aber wenigstens waren die Grundtugenden des Kampfes und der Leidenschaft, die vor der Pause weitgehend vermisst wurden, wieder erkennbar. Radojewski hatte Spillmann auf seine native Position in die Abwehrkette gezogen - und tatsächlich stand 04/19 nun höher. Doch auch wenn Wehner immerhin einmal den Pfosten traf, kassierte der RSV zwei weitere Gegentreffer zum 0:4.

So steckt der RSV schon nach fünf Spieltagen knietief in der Krise. Das Gesicht des Vorsitzenden Jens Stieghorst sprach Bände: Zur Pause eher RIchtung Orkan, nach dem Spiel zeigte es Wut und Frust. "Es wird etwas passieren", sagte Stieghorst vielsagend, ohne jedoch ins Detail gehen zu wollen. "Wir müssen das alles noch einmal besprechen." Gut möglich scheint es so, dass es nach dem zweiten streckenweise desaströsen RSV-Auftritt in Folge personelle Konsequenzen gibt. Wer auf der Kippe steht, ist ungeklärt - doch nach dem schwachen Saisonauftakt kann sich (fast) keiner bei 04/19 seiner Sache sicher sein.

Quelle: RP
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