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Lokalsport
35:28 - SG stürzt den Tabellenführer

Ratingen. Dank einer tollen Leistung gewinnt der Handball-Drittligist beim VfL Fredenbeck und ist weiter Achter. Von André Schahidi

Das Löwenrudel hat sich zurückgemeldet - und wie: Beim bislang ungeschlagenen Tabellenführer der Dritten Handball-Liga, VfL Fredenbeck, gewann die Mannschaft um Spielertrainer Simon Breuer eindrucksvoll 35:28 (18:12) und bleibt in der Tabelle damit auf dem achten Rang.

"Wir wussten, dass wir in Fredenbeck nur bestehen können, wenn wir genau so leidenschaftlich auftreten wie die", sagte Spielertrainer Simon Breuer. "Ansonsten wirst du da, in der lauten Halle, einfach überfahren." Breuer hatte vor allem das Umschaltspiel als große Stärke des Tabellenführers ausgemacht. "Da mussten wir sie ausschalten." Im Angriff setzte der Coach derweil auf offensive Gegeneinläufer, um die extrem offensive 6:0-Deckung zu knacken.

Das gelang schon in der Anfangsphase wunderbar. Bis 5:5 war die Partie noch ausgeglichen. Danach erwischte die SG jedoch einen phänomenalen 9:2-Lauf und setzte sich auf 14:7 ab. "Die Führung haben wir nie mehr abgegeben", sagte Breuer. "Das war natürlich einer der Schlüssel zum Sieg." Zweiter Knackpunkt war die kurze Phase nach der Pause, als Ratingen einige Zeitstrafen kassierte, Fredenbeck aber nicht mehr herankam, im Gegenteil: "Wir haben sogar in doppelter Unterzahl noch getroffen", sagte Breuer. Und weil die SG ohnehin in fast jedem Angriff selbst traf, raubte sie den Gastgebern ihre Gegenstoß-Waffe.

"Vielleicht haben die Fredenbecker nicht damit gerechnet, dass wir so auftreten würden", sagte Breuer. "Klar, die hatten noch kein Spiel verloren, wir hingegen erst sechs Punkte. Vielleicht haben sie uns ein wenig unterschätzt. Aber wir haben ein wirklich tolles Spiel abgeliefert - und sogar selbst noch ein paar Chancen vergeben."

Ein besonderes Lob hatte Breuer für Dominic Kasal parat. "Der hat ein super Spiel gemacht", sagte der Spielertrainer. "Genau wie letzte Woche schon gegen Leichlingen. Dominic ist nach seinen Anfangsschwierigkeiten endlich in der Saison angekommen. Auch Ben Schütte lieferte eine gute Partie ab. Zuletzt hatte Breuer ihn sogar fast 60 Minuten sitzenlassen, in Fredenbeck jedoch traf der Kapitän siebenmal und half in Unterzahl sogar im Rückraum aus.

Ein Blick auf die Tabelle offenbarte, wie wichtig der unerwartete Erfolg für die SG war. Obwohl nun Siebter, ist Rang 14 und damit der erste Abstiegsplatz nur zwei Punkte entfernt. "Die Liga ist in diesem Jahr brutal eng", sagt Breuer. "Und irgendwie kann jeder fast jeden schlagen. Wir haben jetzt den Spitzenreiter geschlagen, aber auch schon gegen Teams unter uns verloren." In zwei Wochen hat die SG dann die nächste Chance auf eine Überraschung. Dann nämlich geht es ins Derby zum TV Korschenbroich. "Dort wird es nicht viel leiser sein als in Fredenbeck", sagt Breuer. Aber bei der SG weiß man ja jetzt, wie man im Hexenkessel besteht.

Quelle: RP
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