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Achillessehne: Breuer-Pech schockt SG

Lokalsport: Achillessehne: Breuer-Pech schockt SG
Den Ball unter Kontrolle, das Tor im Blick: So kannten die Ratinger Handballer Simon Breuer (beim Wurf) in den vergangenen Jahren. FOTO: Achim Blazy (Archiv)
Ratingen. Der Führungsspieler des Handball-Regionalligisten wurde bereits operiert und fällt monatelang aus. Das 25:28 in der Meisterschaft gegen die HSG Siebengebirge und das Aus im Deutschen Amateurpokal rückten in den Hintergrund. Von Michael Deutzmann

Ausgerechnet im ausgelassenen närrischen Treiben ist den Handballern der SG Ratingen das Lachen vergangen. Für Trainer Khalid Kahn und sein Team war es schon schwierig, das 25:28 (16:11) im Meisterschafts-Heimspiel gegen die HSG Siebengebirge zu verdauen. Als Dritter liegt Ratingen jetzt mit 22:12 Punkten schließlich derart weit hinter dem Ersten TSV Bonn rrh. (29:5) und dem Zweiten SG Langenfeld (27:5), dass die Meisterschaft gelaufen ist. Auch der Traum vom Finale um den Deutschen Amateurpokal in Hamburg ist geplatzt, weil die SG beim Oberligisten SSV Nümbrecht mit 29:31 (15:16) den Kürzeren zog. Beide Niederlagen hätten alle Verantwortlichen, Spieler und Trainer aber hinnehmen können, wenn es dadurch Simon Breuer besser ginge. Der Spielmacher erlitt allerdings im Spiel gegen die HSG Siebengebirge einen Riss der Achillessehne und fällt nun lange aus. "Das ist eine einzige Riesenkatastrophe", sagt Trainer Khan, "und vor allem tut es mir für Simon unheimlich leid." Die Verletzung hat viele Pläne durchkreuzt.

Simon Breuer, im Rückraum der Dreh- und Angelpunkt, wurde inzwischen bereits operiert - und er hat offensichtlich seinen Humor nicht verloren: "Die OP ist gut verlaufen. Aber das sagen sie ja immer." Breuer hatte vor ein paar Wochen erklärt, die SG am Ende der Saison zu verlassen und im Herbst der Karriere noch einmal für seinen Heimatverein BTB Aachen zu spielen. Was daraus werden kann, vermag der 34-Jährige, der im Krankenhaus einen durchaus gefassten Eindruck machte, derzeit nicht mal im Ansatz zu sagen - und er verschwendet derzeit auch keinen konkreten Gedanken daran. "Dafür habe ich jetzt Zeit genug. Ich werde abwarten müssen, wie sich alles entwickelt." Im Klartext lässt sich daraus ableiten, dass selbst ein Karriere-Ende nicht auszuschließen ist. Sicher ist, dass die Partie gegen die HSG Siebengebirge Breuers letzter Einsatz im Ratinger Trikot war.

Trainer Khan weiß, dass er einen wie Simon Breuer gar nicht ersetzen kann - schon gar nicht gleichwertig: "Es ist ein Riesen-Eingriff in unser Biotop, wenn er nicht mehr da ist." Ohne den Regisseur ging die SG gegen Siebengebirge nach einem 16:11 zur Pause noch leer aus. Nach dem 17:12 (34.) gab es in 17 Minuten nur drei eigene Treffer (51./20:25) und die Gastgeber waren damit geschlagen. Ohne Breuer liefen die Ratinger im Achtelfinale des Deutschen Amateurpokals beim SSV Nümbrecht, dem Tabellensiebten der Oberliga Mittelrhein, sogar von Beginn an hinterher. Nach einem frühen Fünf-Tore-Rückstand kam die SG zwar zurück, musste jedoch letztlich eine 29:31 (15:16)-Niederlage hinnehmen. Khan war nicht weiter verwundert: "Ich bin sicher, dass wir diese Mannschaft normalerweise schlagen. Aber wer mehr als ein Dutzend freier Chancen auslässt wie wir, der braucht über nichts zu diskutieren."

Insgesamt glaubt der SG-Coach, dass nun sehr schwierige Wochen auf Ratingen zukommen: "Auf uns warten ein paar bittere Spiele." Zusätzliches Handicap ist, dass Abwehrspezialist Ace Jonovski wegen muskulärer Probleme ebenfalls auszufallen droht, so dass die Last auf immer weniger Schultern ruht. Weil Ratingen durch seine Serie von 8:0 Punkten aus vier Siegen vor der Niederlage gegen die HSG Siebengebirge sicher aufgestellt ist, kann sie den Blick immerhin einigermaßen ruhig auf die Spielzeit 2018/2019 richten. "Es muss sich eine Menge ändern und es wird sich etwas ändern", betont Khan, der den Rest der aktuellen Saison bereits als Vorbereitung auf die nächste Serie sieht.

Sein verletzter Regisseur Breuer gibt den Noch-Kollegen mit auf den Weg, sich so teuer wie möglich zu verkaufen. "Es darf keine Ausrede sein, dass ein Spieler nicht mehr dabei ist. Es ist wichtig, die Runde vernünftig zu Ende zu spielen." Wie sich das umsetzen lässt, dürfte bereits die Aufgabe am kommenden Samstag (19.45 Uhr) beim Schlusslicht Weidener TV zeigen.

Nicht mehr mit dabei sein werden in der kommenden Saison zwei Spieler aus dem jetzigen Kader. Der Wechsel von Rechtsaußen Dominik Jung zum Klassen-Konkurrenten SG Langenfeld stand bereits seit einiger Zeit fest. Torhüter David Ferne einigte sich jetzt mit dem Drittligisten Leichlinger TV, bei dem er schon früher zwischen den Pfosten stand, auf einen Zwei-Jahres-Vertrag.

Quelle: RP
 
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