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Aliens: Was kommt nach den Play-offs?

Lokalsport: Aliens: Was kommt nach den Play-offs?
Die Vorentscheidung: Milan Vanek, der vorher schon gute Chancen hatte, überwindet Lauterbachs Torhüter zum 3:0. Am Ende gewinnen die Aliens 4:1 in Osthessen. FOTO: Markus Szczepanski
Ratingen. Der Eishockey-Viertligist steht mit einem Bein im Play-off-Finale. Doch was nach der Saison folgt, ist noch völlig unklar. Von André Schahidi

Als der Bus mit den Spielern der Ratinger Ice Aliens längst wieder auf dem Weg zurück ins Rheinland war, steckte Robert Licau noch in Hessen fest. Genauer gesagt in einer Kieferklinik in Fulda. Der Angreifer des Eishockey-Viertligisten hatte während des ersten Play-off-Duells seiner Mannschaft (4:1-Sieg) bei den Füchsen Lauterbach ein bleibendes Souvenir erhalten - im Getümmel bekam er einen Schlittschuh ins Gesicht. "Die Lippe war sauber durch", sagte Kay Adam, der Vorsitzende der Aliens und Zahnarzt. "Ich habe Robert notdürftig genäht, in der Halle war aber nur rudimentäres Material vorhanden. Damit der Junge heiratsfähig bleibt, haben wir ihn dann in die Klinik geschickt." Von dort fuhr Licau dann in der Nacht mit dem Privat-PKW nach Hause.

Abgesehen von der Verletzung war der Trip nach Osthessen für die Außerirdischen ein Erfolg. Nach dem 4:1-Sieg steht Ratingen mit einem Bein im Finale um die Meisterschaft in der 1. Liga West. Da das Halbfinale im unsäglichen Hin- und Rückspiel-Format ausgespielt wird, benötigen die Luchse am Freitag am Sandbach einen Sieg mit mindestens drei Toren unterschied. Klare Sache also? "Auf keinen Fall", sagt Adam. "Das Spiel in Lauterbach war viel enger, als es das Ergebnis aussagt. Drei Tore kassiert man schnell mal", betont der Vorsitzende. Dennoch glaubt er, dass sich sein Team auch im Rückspiel durchsetzen wird. "Das war zwar ein Duell auf Augenhöhe - aber Lauterbach war immer einen halben Schritt langsamer." Eine Erklärung dafür hat der Zahnarzt. Denn Aliens-Trainer Alexander Jacobs bittet seine Spieler dreimal in der Woche zum Training aufs Eis, während die meisten andere Teams in der Liga sich auf zwei Einheiten in der Woche beschränken. "Am Ende sind wir einfach fitter", betont Adam.

Bei einem Weiterkommen würde im Finale, das immerhin im üblichen Play-off-Modus ausgespielt würde, wohl der Lieblings-Feind der Ratinger, die Eisbären aus Hamm, warten. Die gewannen gegen Dortmund das Heimspiel gar mit 4:0 - ein großer Schritt Richtung Finale. Ratingen gegen Hamm - das wäre ein würdiger Abschluss für diese Saison der neuen Liga.

Doch was wäre dann? Weil die Oberliga Nord vom Deutschen Eishockey-Bund und die 1. Liga West vom inzwischen ausgegrenzten LEV NRW organisiert wurde, existiert keine Aufstiegsregelung. Der Meister wäre, nun ja, Meister. Sonst nichts. "Natürlich ist das ein wenig frustrierend", sagt Adam. "Nach der Saison müssen wir abwarten, was sich der neue Verband für Modalitäten einfallen lässt. Wird es unsere Liga weiterhin geben? Gibt es dann eine Verzahnung mit der Oberliga? Wir werden wieder warten müssen."

Ärgerlich, zumal die Aliens, wie Adam mutmaßt, in der Oberliga durchaus mithalten könnten. Zumindest sportlich. "Für uns ist die Oberliga mit ihren weiten Auswärtsfahrten dennoch nicht zu machen"; sagt Adam. "Wir haben keinen einzigen Profi-Spieler, für die Oberliga bräuchte man aber anderthalb Profi-Reihen, die auch freitags in Berlin zur Verfügung stünden." Adam hofft, dass sich der Verband mittelfristig eine Lösung einfallen lässt, die das Entfernungs- und Kostenproblem minimiert. Eine Liga, die nach regionalen Divisionen eingeteilt ist, wäre zu stemmen. "Zwei, drei weite Fahrten pro Saison sind zu schaffen", sagt Adam. Zunächst soll aber über Lauterbach und Hamm erstmal das kurzfristige - und wichtigste - Saisonziel erreicht werden: Der Meistertitel.

Quelle: RP
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