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Aliens: Zwillinge und ein bester Freund

Lokalsport: Aliens: Zwillinge und ein bester Freund
Tim Brazda (r.) führt den Puck, Bruder Tobias schaut im Hintergrund zu. Oben rechts: Sturmpartner Benjamin Hanke FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Tim und Tobias Brazda spielen mit Benjamin Hanke beim Eishockey-Regionalligisten. Sie kennen sich schon viele Jahre. Von André Schahidi

Wenn es eine Szene gibt, die exemplarisch für das Spiel der zweiten Sturmreihe der Ratinger Ice Aliens ist, war es wohl das fünfte Tor beim 6:3-Sieg am vergangenen Samstag gegen Neuwied. Tim Brazda, sein Bruder Tobias und Benjamin Hanke haben den Puck im Angriffsdrittel der Gäste, sie beißen sich fest, schießen aufs Tor, holen sich den Abpraller, verlieren fast die Scheibe, holen sie sich zurück. Sie beißen sich fest, Neuwied kriegt die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel raus. Dafür landet sie bei Tim Brazda auf dem Schläger - und er schießt sie rein.

"Die drei sind extrem schwer vom Puck zu trennen", sagt Trainer Alexander Jacobs. "Wenn sie einmal im gegnerischen Drittel sind, passiert immer irgendwas." Und darauf hofft der Trainer auch heute (20 Uhr) gegen den EC Lauterbach - dass "irgendwas" passiert, wenn die nominell zweite Reihe auf dem Eis ist.

Die Ratinger Ice Aliens haben das große Glück, in dieser Saison einen extrem ausgeglichenen Kader zu haben. Die erste Reihe mit Kapitän Dennis Fischbuch, Milan Vanek und Stepan Kuchynka funktioniert seit Jahren. Und der dritte Block, zu dem in dieser Saison auch Thomas Dreischer aus Herne gestoßen ist, ist auch immer für ein Tor gut. Einen ganz großen Sprung im Vergleich zum Vorjahr hat aber die "BHB"-Reihe gemacht: "Wir haben im Sommer ausführlich mit dem Trainer über unsere Rolle gesprochen", sagt Tobias Brazda. "Es waren sehr gute Gespräche. Wir bekommen nun viele Freiheiten auf dem Eis - zahlen das aber auch mit unserer Leistung zurück."

Diese Leistungen können unterschiedlich ausfallen. Oftmals sind es Tore. Manchmal aber auch etwas härtere Tugenden. "Wenn jemand meinen Mitspieler verletzt, zeige ich dem Gegenspieler, was ich davon halte", sagt Tobias Brazda. "Dann überlegt er sich, ob er das nochmal macht. Ich würde mich jetzt aber nicht als Schläger bezeichnen - aber ich gehe auch nicht aus dem Weg." Trainer Jacobs freut das: "Mit den beiden Brüdern und Lucas Becker haben wir Leute auf dem Eis, die auch körperlich dagegenhalten. Das ringt dem Gegner Respekt ab, und das ist wichtig."

Obwohl Tim und Tobias Brazda Zwillinge sind, agieren sie auf dem Eis doch recht unterschiedlich. Tim schießt rechts, Tobias links. "Tim ist auch eher für das Filigrane zuständig", sagt sein Bruder. "Ich kümmere mich dann eher um das Rustikale." Benjamin Hanke, der dritte im Bunde, "ist auch eher wie Tim. Die beiden machen es schön, ich laufe als Schutzschild für die beiden durch die Gegend. Das mache ich aber auch gern."

In dieser Saison fällt jedoch auf, dass das Trio ziemlich gleichmäßig trifft. Tim Brazda hat zwei Tore und sieben Vorlagen auf dem Konto, Tobias jeweils vier Tore und Vorlagen. Hanke hat drei Treffer und vier Beihilfen. "Mittlerweile treffe ich auch endlich mal", sagt Tobias mit einem Grinsen. "In den letzten Jahren hing ich da immer etwas hinterher, in Essen habe ich kein Tor geschossen. Das klappt jetzt ziemlich gut." Sowieso findet sich das Trio auf dem Eis blind. "Tim und ich spielen ja schon Ewigkeiten zusammen", sagt Tobias Brazda. "Und Benni ist seit 15 Jahren unser bester Freund. Wir kennen uns einfach zu gut." Und das dürfte den Ice Aliens auch heute Abend zugutekommen.

Quelle: RP
 
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