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Handball
Angermund reicht auch die halbe Kraft

Handball: Angermund reicht auch die halbe Kraft
So dynamisch wie in dieser Szene, als Martin Gensch den Ball auf das Tor des Tabellenletzten bringt, war die Partie in Angermund nur selten. FOTO: Achim Blazy
Angermund. Der Handball-Verbandsligist gewinnt 41:35 gegen das Schlusslicht. Trainer Richter ärgern die vielen Gegentore. Von Werner Möller

Die zuletzt gezeigte Form gefiel Uli Richter in keiner Weise. Im Verbandsliga-Heimspiel gegen das Schlusslicht Niederbergischer HC hatte der Trainer des TV Angermund einen Plan B parat. Er ließ seinen Torjäger Florian Hasselbach die gesamte erste Hälfte auf der Bank und auch nach dem Wechsel wurde daran zunächst nichts geändert. Die beiden sprachen laufend miteinander, man merkte, dass das Verhältnis wie immer völlig intakt ist. Aber Richter wollte den 23-Jährigen erst bringen, wenn es nicht läuft. Um so neue Impulse setzen zu können. Der Plan ging auf. Hasselbach kam nach 34 Minuten (26:17), strotzte voller Energie, er warf sechs Tore hintereinander und am Ende gewann dessen TVA 41:35 (22:13). Richter hat alles richtig gemacht und Hasselbach voll und ganz überzeugt.

Wie man es von ihm kennt. Der 23-Jährige ist kein Handballer, der 60 Minuten ohne Unterbrechung rauf und runter rennt. Seine Stärken liegen darin, dass er auf der Königsposition, also Halblinks, hoch angespielt wird, dort kann er noch zwei Meter laufen und dann hochsteigen, wenn der jeweilige Kreisläufer ihm die Räume frei sperrt. Dies beherrscht Lars Brümmer vorzüglich, aber Benny Axning, der inzwischen mehr zum Abwehrspezialisten umgeschult wurde, kann es auch. Das macht den Angermunder Angriff so gefährlich.

41 Tore gegen diese Niederberger, das ist eine stolze Zahl. Was eher stört, sind die 35 Gegentore. Das Abwehrspiel ließ zu wünschen übrig, wobei die Torhüter Tim Pawlik bis zur 35. Minute und dann Matthias Jakubiak weitgehend hielten, was haltbar war. Wolfgang Friedrich, den in Angermund alle nur "Keule" nennen wegen seiner einstigen enormen Wurfkraft, hatte eine Erklärung parat: "Unsere Mannschaft nimmt dieses Spiel nicht ernst. Sie weiß, dass sie nicht verlieren kann und packt nur halbherzig zu." Vor allem mit der rechten Abwehrseite konnte niemand zufrieden sein und erst der Linkshänder Raffael Winter, spät eingewechselt, machte diese Seite dann besser zu. Sonst verlief das Spiel einseitig. Dem TVA reichte die halbe Kraft.

Die in Velbert beheimateten Niederberger, die den Abstieg kaum noch verhindern können (es gibt nur einen Absteiger), gaben, was sie hatten, und das war nicht viel. Bei 25:15 kurz nach dem Wechsel sah es nach einem Angermunder Kantersieg aus. Aber dazu spielten die Hausherren einfach zu halbherzig. 29:25 hieß es nach 40 Minuten. Und plötzlich gab es bange Gesichter in der Walter-Rettinghausen-Halle. Richter nahm die Auszeit, Hasselbach hatte nun seine Glanzauftritte und die Punkte wurden wie erwartet sicher eingefahren.

Uli Richter: "Als wir mit zehn Toren weg waren, da hätten wir nachlegen müssen. Dann haben wir kein Gas gegeben, was sich alle erwünscht hatten. Dennoch, wir haben einige gute Phasen gespielt und es gibt eigentlich keinen Grund, unzufrieden zu sein."

TV Angermund: Pawlick (ab 35. Jakubiak) - Nils Thanscheidt 6, Burnes 1, Oliver Mentzen 1, Brümmer 7, Gensch 4, Björn Thanscheidt 1, Hasselbach 6, Peter Mentzen 1, Winter 6, Brandenburg, Martin Paukert 7/6, Axning 1.

Zuschauer: 65.

Quelle: RP
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