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Lokalsport
Angermunds Töpfer gewinnt das Bruderduell

Lintorf. Im Derby beim TuS Lintorf mit Torwart Tobias hat Nici Töpfer die Nase vorn: Der Handball-Oberligist gewinnt 28:25. Von Werner Möller

In Manuela Töpfers Herzen schlugen vor dem Oberliga-Derby des TuS Lintorf gegen den Nachbarn TV Angermund (TVA) zwei Herzen in der Brust. Sohn Nici spielt seit diesem Sommer beim TV Angermund und Tobias, der ältere Sohn, seit Jahren beim TuS 08 als Torwart. "Meine Nervosität kann ich kaum schildern", sagte die zweifache Mutter, die beim TuS Homberg selbst eine glänzende Handballerin war. Jetzt gestaltet sie beim TuS 08 das Jahresheft. Für wen sie schließlich die Daumen drückte, verriet sie nicht. Und ob sie der Sieg des TVA, der sich nach einer starken Startphase in die zweite Hälfte verdient 28:25 (14:13) durchsetzte, erfreute oder nicht, blieb damit offen. Fakt ist: Die Gäste feierten im dritten Auswärtsspiel ihren dritten Sieg.

Die beiden Erzrivalen lieferten sich die erwartete Klassepartie. Die Hausherren bekamen vor dem Wechsel den alles überragenden Angermunder Florian Hasselbach nicht in den Griff. TVA-Coach Uli Richter ließ seinen Torjäger zunächst nicht durchschnaufen. In der Regel befreit er Hasselbach von Abwehraufgaben, diesmal aber nicht. Erst im Durchgang zwei, als sein TVA klar vorne lag (20:15/ 40.), durfte sich der Spitzenwerfer ausruhen. Ein genialer Schachzug des Angermunder Trainers. Er sagte: "Der Fünf-Tore-Vorsprung nach der Pause gab unserer Abwehr viel Sicherheit. Daraus konnten wir dann diesen verdienten Sieg einfahren."

Noch einer aus dem Siegerteam jubelte. "Es ist ein gutes Gefühl, wenn man hier in Lintorf gewinnt. Wir sind alle Freunde, aber nicht, wenn es um den Sieg geht", sagte Peter Mentzen, der beim TuS 08 das Handball-ABC erlernte.

Lintorfs Manager Kalle Töpfer saß nach dem Abpfiff noch lange gedankenversunken auf seinem Stuhl. Jemand wollte wissen: "Warum habt ihr den Hasselbach nicht in den Griff bekommen?" Töpfer brummte: "Weiß ich nicht. Es ärgert mich maßlos. Aber der Hasselbach ist nun einmal an guten Tagen eine Extraklasse. Dennoch hätte unsere Abwehr mit mehr Körpereinsatz einiges verhindern müssen." Sein Sohn Nici, nun im TVA-Trikot, freute sich hingegen: "Ich habe zwar kein Tor geworfen, aber das haben dafür andere getan." Gerne hätte er seinem Bruder Tobias im Lintorfer Kasten den ein oder anderen Ball in die Maschen gesetzt, aber dazu fehlten die nötigen Anspiele. Der Linkshänder blieb ohne Tor - und Fehlwurf.

Lintorfs Trainer Christian Beckers gab sich erstaunlich gelassen: "Bei vielen Schiedsrichter-Entscheidungen, die man verschieden auslegen kann, waren wir glücklos. Vor allem, was Schritte und Zeitstrafen anbelangt. Wir haben eigentlich ein gutes Spiel abgeliefert. Es fehlte die Belohnung." Die 350 Zuschauer sahen es ähnlich und müssen sich weiter in Geduld üben: Die vergangenen drei Heimspiele gingen verloren.

Zwei Minuten vor dem Ende lagen die Lintorfer 23:27 zurück. Marvin Wettemann machte dem TuS mit seinem Tor zum 25:27 noch einmal Hoffnung, doch spätestens das 25:28 durch Nico Merten machte die Lintorfer Hoffnungen zu Nichte.

Quelle: RP
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