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Ausfälle schweißen Ice Aliens zusammen

Lokalsport: Ausfälle schweißen Ice Aliens zusammen
Ungewohnte Reihen: Milan Vanek (links) wirbelte gegen Neuwied gemeinsam mit Tobias Brazda - und das sehr erfolgreich. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Der Eishockey-Regionalligist geht personell auf dem Zahnfleisch - und liefert sein bestes Wochenende der Saison ab. Von André Schahidi

Als Carsten Billigmann mit seinem Statement zum Spiel fertig war, blickte er im VIP-Raum des Eisstadions am Sandbach in viele ungläubige Gesichter. Schiedsrichter Zsolt Heffler, so schwadronierte der Trainer der Neuwieder Bären, sei hauptverantwortlich für die Niederlage seiner Neuwieder Bären in Ratingen gewesen, solch eine schlechte Schiedsrichterleistung hätte er noch nie erlebt. Sprach er. Und es herrschte Schweigen. Denn dass seine Neuwieder gerade 3:7 gegen eine absolute Ratinger Rumpftruppe untergegangen waren, ignorierte Billigmann - bis auf einen Nebensatz: "Wenn man das letzte Drittel betrachtet, ist der Sieg schon verdient." Immerhin, geht doch.

Denn mit seinem Kommentar zum Spiel würdigte der Gäste-Coach die Leistung der Ratinger viel zu wenig. Zehn Spieler standen letztlich nur für die Aliens auf dem Eis - damit tritt normalerweise nichtmal eine ambitionierte Hobbytruppe an. Doch das letzte Aufgebot der Ratinger kämpfte bravourös - und räumte gleichzeitig mit einigen manchmal harten Urteilen auf:

Fitness Wenn zehn Spieler über 60 Minuten mit einem mindestens gleichstarken, aber besser besetzten Gegner mithalten können und das letzte Drittel sogar noch 5:1 gewinnen, braucht sich die Frage nach mangelnder Fitness nicht mehr zu stellen. "Ich denke, es hat jeder gesehen, dass wir genug Kondition haben", sagte Kapitän Dennis Fischbuch. "Jeder von uns hat sich für den anderen zerrissen."

Teamgeist Womit Punkt zwei gleich angesprochen ist: Viel war die Rede von schlechter Stimmung innerhalb der Mannschaft. Doch wer das Spiel gegen Neuwied beobachtet hat, konnte sehen, dass ein deutlicher Ruck durch das Team gegangen ist. Jeder kämpfte für jeden - und jeder freute sich mit jedem. Die Tatsache, dass Trainer Johnigk verletzungsbedingt die teils eingefahrenen Reihen durcheinanderwirbeln musste, war für den Zusammenarbeit-Prozess vielleicht gar nicht so schlecht.

Disziplin Schiedsrichter Heffler pfiff - wie immer - nicht gut, aber wenigstens auf beiden Seiten gleich konsequent. Doch die Ratinger konzentrierten sich auf faires Eishockey und blieben der Strafbank weitgehend fern. "Das hat vom Kampfgeist her einfach gepasst", betonte Kapitän Fischbuch. Dass Neuwieds Trainer ständig wild an der Bande gestikulierte und Strafzeiten forderte, sagte noch lange nichts über deren Berechtigung aus.

Erfolg Durch die deutlichen Siege in Neuss (9:2) und gegen Neuwied (7:3) haben sich die Ratinger in der Tabelle wieder auf Rang drei vorgearbeitet. Mit 90 Toren ist die Ausbeute vorne inzwischen ordentlich, 73 Gegentore bewegen sich ebenfalls im mittleren Bereich der Liga. "Vor allem haben am Wochenende viele Spieler getroffen", sagt Fischbuch. "Das ist richtig gut für das Selbstvertrauen." Am Freitag (20 Uhr) spielen die Aliens noch einmal gegen Lauterbach, bevor es immerhin zwei Wochen Pause gibt - eine Pause, in der die dezimierten, aber zusammengeschworenen Ratinger wieder zu Kräften kommen können.

Quelle: RP
 
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