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Lokalsport
Bei 04/19 liegen die Nerven blank

Ratingen. Der Fußball-Oberligist spielt in Hiesfeld ordentlich und verliert dennoch 1:3. Heute gibt es eine Krisensitzung. Von André Schahidi

In Ratingen herrscht Endzeitstimmung. Zumindest im Umfeld von Ratingen 04/19. Nach der nächsten Niederlage in der Fußball-Oberliga beim TV Jahn Hiesfeld (1:3) wird so ziemlich alles in Frage gestellt - deshalb wird es heute eine große Krisensitzung mit Vorstand, Beirat, Trainer Peter Radojewksi und dem Sportlichen Leiter Michael Kulm geben. Ergebnis? Völlig offen. Ein wenig verlieren sie offenbar die Nerven beim RSV. Das ist teilweise verständlich. Denn während die Konkurrenz im Tabellenkeller fleißig punktet, wird Ratingen immer tiefer in den Abstiegsstrudel hineingeschoben. Eie Bewertung ist trotzdem schwierig Denn das Spiel in Hiesfeld war wieder so eine "Ja, aber"-Partie: 04/19 machte eigentlich ein ordentliches Spiel - doch die Punkte fuhr der Gegner beim 3:1 (1:0) ein.

Bitter vor allem, dass die beiden ersten Tore der Hiesfelder wohl nicht hätten zählen dürfen. Dem 1:0 ging ein Foul voraus. Und zum 2:0 bestätigten hinterher gar TV-Offzielle, dass der Torschütze meterweit im Abseits stand. Doch das sind die Dinge, die passieren, wenn ein Team ohnehin unten drin steht.

Fakt ist: Die Mannschaft spielte angesichts der Verhältnisse ordentlich. Sie musste auf Thomas Denker, Adnan Hotic (beide gesperrt) und Phil Spillmann (verletzt) verzichten. Die neuformierte Viererkette in der Abwehr machte ihre Sache gegen körperlich deutlich überlegene Hiesfelder gut. "Ein Unentschieden wäre verdient gewesen", sagte der Stadionsprecher der Gastgeber hinterher.

Doch auch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn Fakt ist auch, dass sich Ratingen wieder unglaublich harmlos im Spiel nach vorne präsentierte. In der ersten Halbzeit verbuchte der RSV nicht einen ernsthaften Schuss auf das Tor. Es war kein Zug drin, es ging immer zu behäbig zu. Ein einziges Mal ging es richtig schnell, als Daniel Keita-Ruel am Strafraum im Fallen den Ball weiterleitete. Timo Krampe jagte die Kugel zum 1:2 unter die Latte. In der Phase war das Unentschieden tatsächlich greifbar, bis die linke Ratinger Abwehrseite bei einem Konter völlig blank war. 1:3.

Nun wird die Schuldfrage gestellt. Es ist keine einfache Frage, denn alle tragen einen Teil der Verantwortung. Vorstand und Sportlicher Leiter müssen sich vorwerfen lassen, dass die Mannschaft vor allem offensiv nicht gut genug besetzt ist. Bitter, zumal Chamdin Said und Berkay Öz, zwei Stürmer-Abgänge der vergangenen Saison, auf Platz eins und acht der Torjägerliste stehen.

Und gegen Trainer Radojewski spricht die Punktebilanz. Er muss sich vorwerfen lassen, dass seine Mannschaft die Kritikpunkte, die nach der Hinrunde entstanden waren, nicht abzustellen vermag.

Die Frage ist, ob ein Trainerwechsel in der aktuellen Situation mehr wäre als purer Aktionismus. Denn was anderthalb Jahre gut bis ordentlich war, kann nicht auf einmal schlecht sein. Schuld am Schlamassel sind alle: Team, Trainer, Sportlicher Leiter und auch die Vereinsführung. Nun müssen sie da gemeinsam wieder herauskommen.

Quelle: RP
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