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Breuer allein kann Minden nicht schlagen

Lokalsport: Breuer allein kann Minden nicht schlagen
Simon Breuer erreichte als einziger Feldspieler der SG Ratingen eine gute Form - das reicht in der Dritten Bundesliga nicht zum Sieg. FOTO: Janicki
Ratingen. Die SG Ratingen verliert 24:26 - und zeigte gegen die Zweitvertretung der GWD eine erschreckend unkonzentrierte Leistung. Von André Schahidi

Yannick Eckervogt schaute betreten zu Boden. Die gesamte Körpersprache verriet unmissverständlich: "Ich habe Mist gebaut." Hatte er auch. Anderthalb Minuten waren noch zu spielen im Handball-Drittligaduell zwischen der SG Ratingen und GWD Minden II. Es stand 24:24, das Spiel war auf Messers Schneide. Und nun musste das Löwenrudel die letzten anderthalb Minuten in Unterzahl spielen. Das ging schief: 24:26 unterlag die SG - eine bittere, weil furchtbar unnötige Niederlage.

Richard Ratka wusste nach der Schlusssirene gar nicht so recht, wohin mit seiner Wut. "Einige von uns scheinen nicht zu kapieren, dass für Siege harte Arbeit notwendig ist", sagte der Trainer. "Mir fehlte die Aufmerksamkeit und Ernsthaftigkeit. Man kann nicht immer die ganze Verantwortung auf Simon Breuer abwälzen."

Genau das geschah aber. Ohne den neuen Spielmacher wäre die SG gegen Minden nämlich verloren gewesen. Zu viele Akteure sind aktuell außer Form oder müssen sich nach Verletzungen wieder herankämpfen. Breuer nicht. Der kämpft, ackert und erzielte gegen Minden - oft auch durch Einzelaktionen - wieder zehn Tore. Nur: Alleine kann er es nicht richten. Das erkannten auch die Mindener Mitte der zweiten Hälfte und nahmen ihn in Manndeckung und aus dem Spiel.

Dennoch hätte die SG das Spiel nie und nimmer verlieren müssen. Obwohl sich beide Mannschaften in der Fehlerquote zu überbieten versuchten, führte Ratingen gegen die junge, unerfahrene Mindener Mannschaft acht Minuten vor dem Ende mit drei Toren (22:19). Erstmals sah es nach einer komfortablen Führung und einer souveränen Phase der SG aus. Und danach gab es genügend Möglichkeiten, den Sack zuzumachen.

Doch was in der Schlussphase an Chancen vergeben wurde, war beeindruckend. Angriffe wurden zu früh abgeschlossen, und weil Bälle verschenkt wurden, kam Minden binnen weniger Minuten - eigentlich ohne eigenes Zutun - zum Ausgleich.

Dabei hatte es lange gedauert, bis die stark dezimierten Ratinger - auf der Bank saßen nur drei Auswechselspieler - überhaupt das erste Mal in Führung gingen. Drei Minuten vor der Pause war es Breuer, der das zwischenzeitliche 11:10 und später das 12:11 erzielte. Doch Sekunden vor der Pause kam Minden noch zum Ausgleich.

Es half auch nichts, dass die Torhüter Mathis Stecken und Malte Jaeger insgesamt vier Siebenmeter parierten. In der Deckung war Ratingen einfach nicht wach genug, im Angriff dafür zu überhastet. Hinzu kam, dass in Johann Oesterwind und Mike Schulz die einzigen beiden Linkshänder im Kader ausfielen, wodurch das Spiel über rechts außen als Angriffsoption weitgehend ausfiel. "Das darf aber alles keine Ausrede sein", betont Ratka. "Wir wissen eigentlich, was wir leisten müssen." Arthur Giela, der erst im Verlaufe der Partie halbwegs zu seiner Form fand, ärgerte sich über die fehlende Cleverness seiner Mannschaft. "Eine Drei-Tore-Führung so kurz vor Schluss darfst du nicht mehr abgeben", sagte der Rückraum-Spieler. "Wir haben zu früh geworfen." Und so steckt Ratingen nach drei Spielen genau dort, wo es eigentlich nicht hinwollte: im Abstiegsstrudel der dritten Liga.

Quelle: RP
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