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Lokalsport
Britische Freunde zu Gast in Hösel

Ratingen. Beim Pfingstturnier des SV nimmt seit Jahren ein Team aus Basildon teil.

Die britische Nationalhymne lief über die Lautsprecher, die Spieler standen wie an einer Schnur gezogen am Mittelkreis und aus verschiedenen Ecken waren am Ende die Worte "God save the Queen" zu hören. Gesungen von den Betreuern und Spielern des Vereins Supreme Youth aus Basildon, auf Video festgehalten dank des Smartphones. Doch die Szenerie spielte sich nicht in der rund 40 Kilometer nordöstlich von London gelegenen Stadt ab, sondern auf dem Sportplatz des SV Hösel beim 12. Pfingstturniers des Fußball-Bezirksligisten.

Das Ganze möglich gemacht, hat vor allem ein Mann: Bob Sheridan. Ein älterer Herr, 64 Jahre, mit leicht rundlicher Figur und grauem Haarkranz, der sich als engagierter Politiker um Städtepartnerschaften kümmert und seit vielen Jahren Schüler immer wieder nach Deutschland bringt. "In diesem jungen Alter ist es sehr wichtig, andere Kulturen kennenzulernen, Gemeinsamkeiten zu sehen und Unterschiede zu respektieren", erklärt Sheridan.

Begonnen hat alles jedoch nur wenige Kilometer entfernt in Heiligenhaus, der Partnerstadt von Basildon. Vor knapp einem Vierteljahrhundert. "Wir kommen seit rund 20 Jahren zum Pfingstturnier in Heiligenhaus und vor vier Jahren haben wir dort Spieler von Hösel getroffen, von denen einige nach Basildon gekommen sind", erzählt Sheridan. Einer davon war SVH-Mittelfeldmann Nick Tunger, dem der Kommunalpolitiker unter anderem das Wembley-Stadion zeigte.

Mittlerweile reisen die Nachwuchskicker aus England seit 2014 zum Pfingstturnier des SVH, acht Stunden lang mit der Fähre und dem Bus. In diesem Jahr mit einer D- und A-Jugend, die jeweils an verschiedenen Tagen in Hösel und in Heiligenhaus spielten. "Beide Städte sind nicht mit Basildon zu vergleichen. Wir haben 180 000 Einwohner und hier ist alles viel kleiner. Es ist jedoch immer schön wiederzukommen, da alle Menschen sehr freundlich sind und ich viele gute Freunde gefunden habe", sagt Sheridan.

Wie sehr sich Engländer und Deutsche in dieser Beziehung schätzen, untermauert auch eine Anekdote von Hein-Erich Schlingheider über englische Hilfsbereitschaft. "Vor zwei Jahren wütete der Sturm 'Ela' an Pfingsten. Damals haben alle Mann aus Basildon mit angepackt und bis in die Nacht aufgeräumt", sagt der Jugendleiter des SVH, der das Turnier für den eigenen Nachwuchs als "besonderes Highlight neben dem Spiel- und Trainingsbetrieb" sieht.

Es zeigt allen voran aber, dass Fußball eine soziale Funktion hat. Er bringt Menschen zusammen. Er verbindet auf sportlicher und zwischenmenschlicher Ebene. Und für Schlingheider steht deswegen fest: "Wir planen noch in diesem oder im nächsten Jahr einen Gegenbesuch in Basildon."

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