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Das Feuer fehlt bei Ratingen 04/19

Lokalsport: Das Feuer fehlt bei Ratingen 04/19
Peter Radojewski arbeitet viel mit der Mannschaft - doch der Ertrag bleibt auf der Strecke. FOTO: Blazy, Achim (abz)
Ratingen. Die Talfahrt des Fußball-Oberligisten nimmt langsam bedenkliche Züge an. Das Team ist keine Einheit. Von André Schahidi

Sechs Spiele ohne Sieg, 239 Minuten ohne eigenes Tor, nur noch zwei Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz. Die Talfahrt von Ratingen 04/19 nimmt langsam gefährliche Züge an. Während die anderen Mannschaften im Tabellenkeller inzwischen mehr oder minder beständig punkten, zeigt die Formkurve beim Fußball-Oberligisten momentan nur noch in eine Richtung. Nach unten. Doch was sind die Gründe? Und vor allem: Wie ist der GAU, der drohende Abstieg in die Landesliga, noch zu vermeiden?

Vorab: Für die Trainerfrage ist es noch zu früh. Peter Radojewski hat sich in nunmehr zwei Jahren beim RSV einen gewissen Kredit aufgebaut. Er hat in der vergangenen Saison noch bis ins Frühjahr hinein um den Aufstieg mitgespielt, hat Spieler besser gemacht und die Mannschaft zu einer verschworenen Einheit geformt. Alles Qualitäten, die in der aktuellen Phase fehlen. Auch der Trainer wirkt ratlos, wenn er Aussagen wie "Ich habe noch nie eine derart tote Truppe erlebt" tätigt. Dabei hat Radojewski alles versucht, den Teamgeist zu fördern. Hat Mannschaftsabende geplant, Aktionen gestartet. Doch Teamgeist, dass einer für den anderen einsteht - dieser Zustand will sich einfach nicht einstellen.

Stürmer Carlos Penan (r.) ist der Wille in keiner Weise abzusprechen - sein Mehrwert für die Mannschaft allerdings schon. FOTO: Achim Blazy

Hinzu kommen manchmal merkwürdige taktische Entscheidungen. Philipp Rößler, der zuletzt erkennbare Probleme mit dem Niveau in der Oberliga hatte, bei 0:1-Rückstand gegen Meerbusch zu bringen, erwies sich als fatal - der Abwehrspieler stand bei beiden folgenden Gegentoren im Mittelpunkt. Und das, während ein Antreiber wie Fatih Özbayrak, der das Spiel beleben kann, auf der Bank blieb.

Das Hauptproblem ist jedoch die Mannschaft. Sie ist durchaus talentiert. Doch die Mischung stimmt einfach nicht. Es gibt fast keine Leitwölfe, wenig Kämpfer und viel zu viele "kleine Jungs", die mehr mit sich und dem Oberliga-Niveau zu kämpfen haben als mit dem Gegner. Davon gibt es im 04/19-Kader gleich eine Handvoll - im Abstiegskampf ist das gefährlicher Ballast.

Doch auch die vermeintlichen Leistungsträger sind weit davon entfernt, die Mannschaft in Schlepptau zu nehmen. Adnan Hotic und Thomas Denker standen nach der Partie gegen Meerbusch zwar minutenlang vor der Spielerbank und starrten ins Leere. Ihnen geht die Situation an die Nieren. Wirkliche Zeichen auf dem Platz setzen sie aber auch nicht - wenn, sind es die falschen wie beim Erhalt ihrer fünften Gelben Karten. Andere, wie Carlos Penan, sind auch nach acht Monaten immer noch nicht angekommen. Der Stürmer arbeitet viel, mehr als ein "hat sich stets bemüht" verdient sich der Angreifer, der immerhin aus der Regionalliga kam, nicht. Er hätte Daniel Keita-Ruel als Sturmpartner dienen sollen. Stattdessen ist Keita Alleinunterhalter im Angriff. Tut dies mit erkennbarem Elan. Aber auch mit unverkennbarer Arroganz gegenüber den - in seinen Augen - minder talentierten Mitspielern.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass diese Mannschaft keine ist. Der Zusammenhalt fehlt, der Kampfgeist auch. Es mangelt an Feuer im Team. Feuer, das eine Mannschaft im Abstiegskampf dringend braucht. Und ein Feuer, dass Trainer Peter Radojewski dringend entfachen sollte. Wie, ist dabei schon fast egal.

Quelle: RP
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