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Das Löwenrudel quält sich

Lokalsport: Das Löwenrudel quält sich
FOTO: Blazy Achim
Ratingen. Der Handball-Drittligist startete im Rather Waldstadion in die Vorbereitung. Das erste Testspiel ging verloren. Von André Schahidi

David Ferne hat nur einen einzigen Wunsch. "Ich will bloß kein Wasserwart werden. Ich war bislang immer Wasserwart. Das ist der schlimmste Job", sagt der neue Torhüter der SG Ratingen. Der Wasserwart einer Handball-Mannschaft ist, wie es der Name schon sagt, für die Wasserzufuhr des Teams zuständig. Kisten schleppen heißt das im Klartext, meist sind es die jüngsten Spieler im Kader, die diese anstrengende Aufgabe erledigen müssen. Wenige Minuten später kam Timo Worm aus der Kabine des Rather Waldstadions hinaus. Mit einem Kasten Wasser. Ferne lief kurz dahinter. Und grinste breit. Erste Mission geglückt.

Das Wasser wurde an diesem Tag auch bitter benötigt. Es war vielleicht nicht so heiß wie noch ein paar Tage davor. Die Luft war aber drückend. Es war schwül. "Bei dem Wetter ist das doppelt anstrengend", sagt Torwart Ferne. Die Spieler, die über die Tartanbahn des Stadions laufen, schwitzen ihre Klamotten komplett durch. Ein Konditionstest steht als erste Einheit an, mit Pulsuhr und Rundenlauf. Schon ohne die Ergebnisse war klar - da steht noch Arbeit an. Dominik Kasal bricht erschöpft ab, auch Arthur Giela, in der vergangenen Saison lange verletzt, läuft immer noch nicht ganz rund.

Für den Rückraum-Schützen ist es die letzte Saison im Löwentrikot. Er hört nach der Saison auf. Der Körper spielt einfach nicht mit. "Wir hätten ihm nicht einmal übelnehmen können, wenn er nach der vergangenen Saison schon Schluss gemacht hätte", sagte Trainer Simon Breuer. "Ich kann das total nachvollziehen. Aber wir sind heilfroh, dass wir ihn noch eine Saison bei uns haben."

Vor dem Lauftest kommt Ex-Trainer Richard Ratka noch einmal zum Team. Er will sich verabschieden - und genaueres zu den Gründen seines doch recht plötzlichen Rückzugs vor wenigen Wochen erläutern. "Es ging einfach nicht mehr", sagt Ratka. "Beruflich und privat habe ich so viel Stress, dass ich es zeitlich - gerade an den Wochenenden - nicht mehr packe. Da wollte ich lieber rechtzeitig die Reißleine ziehen", betont der erfahrene Trainer.

Die Versuche von Bastian Schlierkamp, schon zum Auftakttraining mit einem neuen Co-Trainer aufwarten zu können, schlugen derweil fehl. "Er hat kurzfristig abgesagt", sagt der SG-Manager über den Top-Kandidaten. "Aber wir haben einen Plan B, es gibt weitere potenzielle Assistenten, die wir uns nun genauer ansehen werden."

Am Abend des ersten Trainingstages startet die SG gleich mit dem ersten Testspiel in die Vorbereitung. Beim HTV Sundwig im Sauerland, der mit großen Ambitionen in der Oberliga spielt, unterliegt das Löwenrudel 29:34 (15:23) "In der ersten Hälfte sind wir zu viel Tempo gegangen, das war angesichts des kleinen Kaders nicht so schlau", sagt Simon Breuer, der selbst - wie Arthur Giela, Damian Janus und David Ferne nicht spielte. "In der zweiten Hälfte", meint Breuer, "haben wir mit etwas mehr Bedacht agiert, das war schon besser. Erste Erkenntnisse hat Breuer auch gewonnen. "Wir können mit einer offensiven Deckung agieren, haben die Spieler dafür", sagt er. Und Zugang Timo Worm gefällt ihm. "Er hat sechs oder sieben Tore gemacht. Der erste Eindruck war gut, er hat Verantwortung gezeigt, wollte helfen."

Für den Drittligisten geht es nun Schlag auf Schlag mit vielen Spielen weiter. Am kommenden Wochenende steht der erste Heim-Auftritt an: Samstag und Sonntag spielt die Breuer-Truppe beim eigenen Sven-Maletzki-Cup an der Gothaer Straße.

Die Spielstätte soll dann für die Handballer auch wieder begehbar sein. Denn dass die Löwen in Düsseldorf ins Training starten mussten, war nicht ganz freiwillig - die Halle in Ratingen-West ist aktuell noch gesperrt. "Wir hoffen, dass wir schnell wieder reindürfen", sagt Bastian Schlierkamp.

Quelle: RP
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