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Simon Breuer
Der Leitwolf übernimmt die Verantwortung

Ratingen. Der neue Spielertrainer der SG Ratingen über die Zusammenarbeit mit Ex-Chef Richard Ratka und das Spiel gegen Lemgo.

Herr Breuer, vor der Saison haben Sie erst einen Fünf-Jahres-Vertrag als Spieler unterschrieben. Hätten Sie gedacht, dass Sie schon nach drei Monaten den Job wechseln und Spielertrainer werden?

Simon Breuer Das hätte ich mir niemals träumen lassen. Ich habe ja als Spieler unterschrieben - und bin ja auch nach Ratingen gekommen, weil es hier so gut passt - auch wegen Richard Ratka.

Ein Fünf-Jahres-Vertrag ist für einen Trainer auch ziemlich einmalig.

Breuer (lacht) Na, erstmal habe ich einen Vertrag als Spieler. Den Trainerjob mache ich zunächst bis zum Saisonende. Dann setzen wir uns zusammen und schauen weiter.

Wie ist der Trainerwechsel zustande gekommen?

Breuer Richard hat in der vorvergangenen Woche gesagt, dass er es zeitlich nicht mehr alles gleich gut unter einen Hut bekommt. Selbst da war der erste Gedanke noch nicht, dass ich übernehme. Bastian Schlierkamp (Manager, Anm. d. Red.) brachte dann die Idee auf - und dann haben wir uns eigentlich recht schnell verständigt.

Ratka soll Ihnen nun als Berater zur Seite stehen. Glauben Sie, dass das für jemanden mit jahrzehntelanger Trainer-Erfahrung so einfach ist?

Breuer Richard hat mir erzählt, dass er vor 20 Jahren eine identische Konstellation hatte. Damals übernahm Ola Lindgren in Düsseldorf als Spielertrainer. Richard sagte mir, das hätte super funktioniert.

Wie müssen wir uns die künftige Aufgabenteilung denn vorstellen?

Breuer In erster Linie werde ich die Entscheidungen treffen. Richard wird auf der Bank sitzen. Von Außen sieht er natürlich Dinge, die ich auf der Platte so nicht wahrnehmen kann. In der Regel werden wir uns dann während des Spiels kurz verständigen. Und manchmal, wenn es schnell gehen muss, entscheidet Richard halt selbst. Genau so wie ich Dinge entscheiden werde. Er ist kein klassischer Co-Trainer. Ich bin mir aber sicher, dass das eine fruchtbare Zusammenarbeit sein wird.

Was ändert sich in der Trainingsplanung?

Breuer Es wird so sein, dass Richard eine Einheit in der Woche leitet, in der individuell mit den Spielern gearbeitet wird. Die Taktikbesprechung und das Spiel machen wir dann zusammen.

Als Spieler waren Sie bislang der Leitwolf der SG. Welche Qualifikation bringen Sie als Trainer mit?

Breuer Da bin ich ehrlich: Meine Trainer-Erfahrung ist natürlich überschaubar. Beim TV Korschenbroich habe ich mal zehn Tage als Interims-Coach fungiert, als Jörn Ilper entlassen wurde. Ansonsten habe ich viel mit Jugendteams gearbeitet. Deshalb ist es um so besser, dass Richard da ist - ich brauche ihn und seine Erfahrung.

Hat man Ihre Handschrift womöglich schon beim hohen Sieg gegen Volmetal gesehen?

Breuer Da habe ich zwar das Abschlusstraining geleitet, das war aber Zufall. Von Handschrift würde ich da jetzt nicht sprechen, aber wir haben ein paar Dinge ausprobiert, die wir dann im Spiel eingesetzt haben. Das werden wir künftig natürlich viel intensiver machen.

Ratka beklagte regelmäßig den kleinen Kader und die vielen Trainingsausfälle...

Breuer Unser Kader ist - auch durch aktuelle Verletzungen - klein, das stimmt. Deshalb suchen wir ja auch seit Saisonbeginn nach einer Verstärkung. Ich würde gerne hin und wieder mal Spieler aus der Zweiten Mannschaft oder der Jugend dazunehmen - aber da kollidieren leider die Trainingszeiten ein wenig.

Sonntag in Lemgo gibt es Ihre Feuertaufe als Spielertrainer. Was erwarten Sie?

Breuer Lemgo hat wie wir zum Saisonstart ein wenig zu kämpfen. Aber man weiß, weil es eine zweite Mannschaft ist, nie, wer letztendlich spielt. Das Potenzial ist da, wir würden aber trotzdem gerne was holen. Auch, weil danach zwei Spiele gegen Mannschaften kommen, gegen die wir uns eher wenig ausrechnen.

ANDRÉ SCHAHIDI FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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