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Lokalsport
Derbysieg in letzter Sekunde für den TVA

Ratingen. Am Breitscheider Weg in Lintorf führen die Gastgeber fast über die gesamte Spielzeit - erst in der Schlussphase setzen sich die Angermunder durch. TuS-Trainer Beckers ist fassungslos. Von Werner Möller

Diesen einen Augenblick wird Florian Hasselbach nicht schnell vergessen. Es stand in der Schlussminute im Verbandsliga-Derby zwischen dem TuS Lintorf und dem TV Angermund 28:28, die Lintorfer hatten durch den überragenden Max Kronenberg ausgeglichen. Aber es waren noch 15 Sekunden zu spielen. TVA-Trainer Uli Richter nahm die Auszeit, der letzte Spielzeug in Überzahl wurde angeordnet. Der ging auf, denn Hasselbach konnte sich halblinks im Eins-gegen-Eins-Spiel gegen Tim Bauerfeld, der allein verteidigen musste, durchsetzten. Haselbach nagelte die Kugel in der für ihn typischen Art unter die Lintorfer Latte, Tobi Töpfer hatte keine Abwehrchance und Angermund siegte 29:28 (Halbzeit 16:13 für Lintorf).

Was dann in der rappelvollen Halle am Breitscheider Weg los war, ist kaum zu beschrieben. Lintorfs Bauerfeld lag am Boden, seine Kameraden, die fast immer in Führung lagen, konnten kaum fassen, was passiert war. Es herrschte Totenstille auf Lintorfer Seite. Und Trainer Christian Beckers war ungefähr so bleich wie die berühmten Kreidefelsen auf Rügen. Dann meinte der 28-Jährige: "Das alles ist unfassbar. Wir haben vieles richtig gemacht, schon hoch geführt, mit sechs Toren, und wieder stehen wir hier mit leeren Händen." Er legte alles richtig aus. Lintorf lieferte ein tolles Spiel, die Fans waren begeistert. Manager Kalle Töpfer: "Von den drei Schlussminuten abgesehen, waren wir eindeutig stärker. Die hohe Führung nach dem Wechsel musste verwaltet werden."

Aber das war der springende Punkte. Die Gäste, die ihren zweiten Tabellenplatz verteidigten, ließen sich nie umwerfen. Lintorf führte früh 10:4 (13.), dann 15:10 (26.), 19:13 (36.) und 25:21 (49.). Aber Angermund blieb ruhig. Auch, weil Keeper in Simon Kalveram bei engen Spielständen die Siebenmeter von Christoph Lesch und Marvin Wettemann blitzschnell abwehrte.

Und in der Endphase hatten die Gäste die stärkeren Nerven. Uli Richter: "Zwei knappe Führungen haben zum Sieg gereicht, da war einiges an Glück im Spiel. Dennoch, was meine Mannschaft hier geleistet hat, ist unbeschreiblich. Selbst die Rote Karte gegen Benny Axning warf sie nicht um." Axning musste in der 52. Minute raus, er hatte Max Kronenberg unsanft behandelt. Den sicheren Wuppertaler Schiedsrichtern Kolk/Fechtner entging nichts. TVA-Boss Wolfgang Richter: "Lintorf machte ein großes Spiel, aber wir hatten die besseren Torhüter. Ich wollte den Lintorfer Fans vorab erklären, dass unsere Mannschaft in der besseren Verfassung ist. Die glaubten mir nicht."

TuS 08: Töpfer, Gerdes - Ziebold 2, Friedrich, Bauerfeld, Rose 4, Sossalla 2, Lesch 3/1, Kronenberg 5/1, Held 3, Töpfer 3, Löwenstein, Wettemann 2, Kropp 4. TVA: Jakubiak, Kalveram - Merten 2, Brümmer 4, Oliver und Peter Metzen je 1, Axning, Hasselbach 8, Paukert 3/3, Ilgen, Björn Thanscheidt 4, Nils Thanscheidt 5, Gensch 1. Zuschauer: 360.

Quelle: RP
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