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Dezimierte SG ohne Chance gegen Neuss

Lokalsport: Dezimierte SG ohne Chance gegen Neuss
An ihm lag es nicht: Marcel Müller (rotes Trikot) zeigte eine ganz starke Leistung gegen Neuss. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Mit am Ende sieben Feldspielern ist der Handball-Drittligist mit dem 29:34 noch gut bedient. Müller spielte stark. Von André Schahidi

In der 33. Minute durfte das Löwenrudel ganz kurz schnuppern an etwas, das auch nur ansatzweise nach einem Punktgewinn aussah. Vier Tore erzielten die Ratinger direkt nach der Pause, machten aus einem 14:19 plötzlich ein 18:20. Die über 500 Zuschauer in der Halle an der Gothaer Straße wachten endlich auf, plötzlich schien es, als würde die Drittliga-Partie doch noch spannend werden. Die Freude währte jedoch nur kurz - Gegner Neuss drehte kurz auf, Ratingen reihte Fehler an Fehler: Sieben Gegentore in Folge waren die Konsequenz - und die Partie war gelaufen. Am Ende zeigten sich die Gäste gnädig und beließen es in einer vogelwilden zweiten Hälfte beim 29:34 aus Ratinger Sicht.

"In der Phase haben wir kurz gesehen, was möglich gewesen wäre", sagte Spielertrainer Simon Breuer. "Aber insgesamt haben wir zu viel liegengelassen, haben auch nicht immer gut verteidigt." Allerdings muss man sagen: Angesichts der Personalsituation beim Löwenrudel hätte wirklich alles passen müssen. Denn schon vor dem Spiel waren in Arthur Giela und Dominic Kasal zwei absolute Leistungsträger ausgefallen. Und als Kreisläufer Damian Janus früh in Halbzeit zwei die Rote Karte nach drei Zeitstrafen sah, standen Breuer nur noch sieben Feldspieler zur Verfügung. Darunter Marcel Müller, der eigentlich in der zweiten Mannschaft spielt und vor der Partie gegen Neuss bereits in der Bezirksliga auflief.

Ausgerechnet dieser Müller war mit sechs Treffern einer der besten Spieler der Gastgeber. "Er ist halt ein Straßenhandballer", sagte Breuer. "Allerdings hat man gesehen, dass er nicht mit uns trainiert, da war viel individuell."

Die Partie fing schon denkbar schlecht an für die SG. 2:7 stand es nach gut sieben Minuten, ein Rückstand, dem die Ratinger während der gesamten Spielzeit hinterherliefen. Immer dann, wenn die Löwen gerade ein wenig näher rangekommen waren, drehte Neuss auf. Garniert mit Unkonzentriertheiten in der Abwehr hatten die Gäste, die in den vergangenen Wochen selbst mit hinreichend Problemen (Trainerwechsel, Spieler-Suspendierungen) zu kämpfen hatten, leichtes Spiel. Zumal die Gäste Spielertrainer Breuer früh und in schöner Regelmäßigkeit in Manndeckung nahmen, wodurch kreative Elemente bei der SG weitgehend ausblieben. Beide Torhüter hielten wenig.

Und dass die Schiedsrichter bei ihrer Verteilung der Strafminuten vor der Pause nur auf Ratinger Seite recht großzügig agierten, gab den dezimierten Ratingern den Rest. "Wenn du eh schon auf dem Zahnfleisch gehst, ist es natürlich bitter, wenn du auch noch deutlich mehr in Unterzahl spielen musst", sagte Sebastian Bartmann, der gegen Neuss als Kreisläufer, Rückraumspieler und in der Abwehr aushelfen musste. "Aber das war nicht der Grund. Wir haben uns in der ersten Hälfte vorgenommen, das Ganze ruhig anzugehen. Das ist gründlich in die Hose gegangen. Nach der Pause haben wir uns nicht belohnt", sagte Bartmann. "Aber ganz ehrlich: Da war einfach nicht mehr drin."

Quelle: RP
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