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Das Wochenende
Die Fußballer trüben die gute Saison-Bilanz

Ratingen. Eigentlich läuft es doch wirklich gut im Sport der Region. Die Eishockey-Spieler der Ice Aliens sind Meister der 1. Liga West, die SG Ratingen hat in der Dritten Handball-Liga schon längst nichts mehr mit dem Abstieg zu tun, der neue Rasen im Stadion ist eine Pracht und wurde mit zwei top-organisierten Länderspielen eingeweiht. Die SSVg Heiligenhaus kann die letzten Spiele der Landesliga ebenfalls zum Schaulaufen nutzen.

Alles super also?

Nicht ganz. Denn die restlichen Fußballer produzieren tiefe Sorgenfalten. Allen voran die Kicker von Ratingen 04/19. Der Abwärtstrend des Vorjahres-Tabellendritten ist mit nunmehr neun Spielen ohne Sieg bedenklich. Tore schießt die Mannschaft von Trainer Peter Radojewski auch keine - und doch ist es immer noch erstaunlich (und angenehm) ruhig im Umfeld des Oberligisten.

Das Wort "noch" allerdings bekommt hier eine besondere Bedeutung. Denn der Druck, das wissen die Beteiligten, ist immens. Der RSV muss morgen beim SV Hönnepel-Niedermörmter um jeden Preis punkten, um nicht den Anschluss an den nächsten Konkurrenten im Abstiegskampf zu verlieren. Der Trainer weiß das, er nennt die Partie nicht umsonst "Sechs-Punkte-Spiel". Zumal die Konkurrenz im Keller keine wirklich machbaren Aufgaben zu lösen hat: Es wäre Zeit für einen Befreiungsschlag. Ansonsten wird die Luft für den RSV - und wohl auch für Radojewski - immer dünner.

Den SV Hösel hätte man derweil schon längst abgeschrieben - wenn man nicht um die sagenhaften Aufholerqualitäten des Fußball-Bezirksligisten wüsste. Schon in der vergangenen Saison lieferte das Team um Trainer Christoph Höfig einen Houdini-Act ab und zog den Kopf am letzten Spieltag noch aus der Schlinge. Ob ein solches Husarenstück angesichts aktuell sieben Zählern Rückstand auf das rettende Ufer noch einmal gelingt, ist mehr als fraglich. Aber die Stimmung in Hösel - die ist trotzdem gut. Vertragsverlängerungen mit Trainer und wichtigen Spielern sind schon unterzeichnet. Und auch ein Zeichen nach außen: Wir geben uns nicht auf.

Angesichts des fast bedenklichen Absturzes des Amateurfußballs in der Region (aktuell gibt es nur noch einen Ober-, einen Landes- und einen Bezirksligisten in Ratingen und Heiligenhaus) wäre beiden Teams sehr zu wünschen, dass sie das Ruder noch herumreißen. Für sich. Und für den Sport in Ratingen

ANDRÉ SCHAHIDI

Quelle: RP
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