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Die Leere nach der 04/19-Pleite

Lokalsport: Die Leere nach der 04/19-Pleite
Torhüter Dennis Raschka schaut von hinten zu, wie sich seine Mitspieler im Angriff versuchen. FOTO: Olaf Staschik
Ratingen. Der Oberligist zeigte am Mittwoch in Hilden auf und neben dem Platz eine indiskutable Leistung. Trainer Radojewski hofft auf Besserung vor dem nächsten Spiel. Von André Schahidi

Schweigen ist eigentlich nicht das Ding von Peter Radojewski. Doch der Trainer des Fußball-Oberligisten Ratingen 04/19 hatte auf der Pressekonferenz nach der Partie seiner Mannschaft beim VfB 03 Hilden nicht viel zu sagen. "Ich möchte mich bei unseren Fans für die katastrophale Leistung des Teams entschuldigen", gab er nach dem 1:3 zu Protokoll - und starrte ins Leere.

"Ich wäre explodiert, wenn ich weiter geredet hätte", sagt der Trainer am Tag danach. "Das war so unnötig. Seit ich in Ratingen bin, habe ich noch nie eine so schlechte Leistung meiner Mannschaft gesehen. Wir trainieren Sachen, besprechen Dinge. Und im Spiel ist davon nichts zu sehen." In der Tat war die Darbietung seiner Schützlinge auf dem nassen Kunstrasen dürftig. "Wir haben vorher besprochen, dass wir den Ball schnell laufen lassen und zum Abschluss kommen müssen", sagt der Coach. "Nichts davon gelang."

Jens Stieghorst, der Vorsitzende des RSV, entschuldigte sich ebenfalls nach dem Spiel. Allerdings nicht unbedingt nur für die Leistung der Mannschaft. "Das war ein insgesamt inakzeptabler Ratinger Auftritt gestern. Nicht nur auf dem Feld, sondern auch daneben", betont Stieghorst. Was dem Vorsitzenden nicht gefiel, waren die ständigen Diskussionen an der Seitenlinie, das Einmischen der Zuschauer und Ersatzspieler. In der letzten Minute gab es beim Stand von 2:1 für Hilden eine laut Stieghorst durchaus elfmeterwürdige Szene im Strafraum der Gastgeber. Der Schiedsrichter pfiff jedoch nicht - unterschwellig vielleicht, weil er und sein Team vor allem von Ratinger Seite während des Spiels ständig mit Diskussionen und Aggressionen überhäuft wurden?

Der Trainer selbst erlebte das Spielende nicht auf seiner Bank. Er wurde in der zweiten Halbzeit vom Unparteiischen hinter die Bande geschickt. "Der Linienrichter sagte mir, ich hätte die Coaching-Zone verlassen", sagte der Trainer. "Dabei ging die Zone quasi bis zur Mittellinie." Zudem regte er sich über einen Hildener Betreuer auf, der den Ball - seiner Ansicht nach - zu lange festgehalten hatte. Unnötige Nebenkriegsschauplätze, die der sportlichen Darbietung nicht zuträglich sind.

Stichwort Sport: Da hatte Radojewski zur Halbzeit schon genug gesehen und dreimal gewechselt. Nach 60 Minuten beorderte er dann Kapitän Thomas Denker in den Sturm - lange Bälle waren nun das Rezept. Dass Denker nach vorne musste, hatte auch damit zu tun, dass keiner der Ratinger Stürmer im Moment auch nur annähernd etwas zeigt, das mit Normalform zu umschreiben ist. Keita-Ruel ist nicht in Form, auch Carlos Penan steht weit neben sich. "Da ist momentan keiner vorne, der auch mal einen Ball halten, geschweige denn, ihn vernünftig zum Mitspieler bringen kann", sagt Radojewski.

Dabei war die Zuversicht vor der englischen Woche mit den Spielen gegen TuRu Düsseldorf, Hilden und nun am Sonntag gegen den SV Hönnepel-Niedermörmter groß, dass eine Erfolgsserie gestartet werden könnte. Null Punkte sind es bislang aus zwei Spielen. "Gegen Hönnepel müssen wir uns wieder von der besseren Seite zeigen", betont Radojewski. Damit er und Jens Stieghorst sich nicht mehr so ärgern müssen.

Quelle: RP
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