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Lokalsport
Die SG reist zurück in die Vergangenheit

Ratingen. Vor zwei Jahren war Longerich in nervenaufreibenden Aufstiegsspielen der Gegner - nun im normalen Drittliga-Betrieb. Von André Schahidi

Nein, Simon Breuer war nicht dabei, als der Ball 0,3 Sekunden nach der Schlusssirene hinter Magnus Schumacher einschlug. Auch nicht, als die Longericher bereits losjubelten. Und auch nicht, als das Kampfgericht die (richtige) Entscheidung verkündete, dass der vermeintliche Treffer des Longericher SC zum 21:16-Relegationssieg gegen die SG Ratingen - und dem damit verbundenen Aufstieg in die Dritte Liga - zu spät fiel, den Ratingern somit das Sechs-Tore-Polster aus dem Hinspiel reichte und sich alle Spieler des Löwenrudels in die Arme fielen.

Dabei war Breuer nicht, als die SG Mitte 2014 den Aufstieg in die aktuelle Spielklasse schaffte. Und dennoch dürfte es der Spielertrainer inzwischen fast nacherzählen können. "Die beiden Duelle gegen Longerich sind immer mal wieder ein Thema", sagt Breuer mit einem Schmunzeln. Heute Abend könnte ein weiteres, wenn auch nicht ganz so bedeutsames Kapitel der Geschichte hinzugefügt werden. Dann nämlich, wenn die SG heute um 20 Uhr in Köln beim damaligen Relegations-Gegner zu Gast ist.

"Auch wenn der Gegner natürlich irgendwie besonders ist - unsere Vorbereitung auf Longerich ist ganz normal", gibt Breuer zu. "Auch wenn es das Spiel nicht sein wird. Das liegt aber allein schon daran, wie Longerich spielt, nämlich mit vielen Emotionen und Kampfgeist." Und so kommt vielleicht doch noch ein wenig Feuer in eine Partie, die aufgrund der tabellarischen Situation schon fast kein Feuer mehr entfachen kann.

An dieser Stelle widerspricht Breuer indes energisch. "Longerich ist zwar vier Plätze, aber nur ein Punkt hinter uns", sagt der Coach. "Es geht für beide darum, frühzeitig Klarheit in Sachen Klassenverbleib zu schaffen." Angesichts sechs Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone bei nur noch zehn zu vergebenden Zählern ist die Situation der SG eigentlich mehr als komfortabel. "Je früher wir das aber rechnerisch sicher haben, je besser. Denn wenn es ganz doof läuft, kann man da doch plötzlich noch unten rein rutschen", betont Breuer. Zumal er noch ein anderes Ziel im Blick hat: Der aktuelle Rang sieben würde nach jetzigem Stand zur Qualifikation für den DHB-Pokal reichen. Die Teilnahme verpasste das Löwenrudel in der vergangenen Saison auf der Zielgeraden durch eine Heimniederlage gegen den TV Korschenbroich. "Die Teilnahme am Pokal wäre für uns natürlich etwas Tolles", betont Breuer, zumal es eine weitere Premiere für die SG-Handballer wäre.

Personell sind die Ratinger gut aufgestellt. Bis auf die dauerverletzten Arthur Giela und Johann Oesterwind sind alle Spieler verfügbar. Auch Marcel Müller kehrt nach seiner Pause (private Gründe) wieder zum Team zurück.

Quelle: RP
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