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Lokalsport
Ein Eigentor bringt 04/19 in Gefahr

Ratingen. Nach dem 1:2 gegen Schonnebeck ist die Abstiegszone nah. Der Fußball-Oberligist hat Probleme mit dem Toreschießen. Von André Schahidi

Hätte Daniel Keita-Ruel auch nur eine, besser sogar zwei seiner vielen Großchancen genutzt, der nachfolgende Artikel über das Spiel zwischen Ratingen 04/19 und der SpVg Schonnebeck würde ganz anders aussehen. Dann würde hier was von einem kampfbetonten Spiel stehen, in dem sich der Fußball-Oberligist gute Chancen erspielte, die der Stürmer kaltblütig zum Sieg verwandelte. Weil er genau das jedoch nicht tat, erscheint hier ein Spielbericht über die 1:2-Pleite gegen den stark auftrumpfenden Tabellendritten, die ziemlich viel Ratlosigkeit aufkommen lässt.

Natürlich ist es nicht fair, eine Niederlage an einer Person festzumachen. Die Chancen jedoch waren einfach zu gut. Der Freistoß aus 17 Metern, den der Angreifer mit gefühlten drei Stundenkilometern ausführte. Der selbst herausgeholte Elfmeter, den der 26-Jährige nach endlosen vorangegangenen Diskussionen verschoss. Die Flanke von Sahin Ayas kurz vor der Pause, die butterweich in den Strafraum segelte, Keita aber nicht vernünftig zum Kopfball kam. Oder die riesengroße Ausgleichschance in der fünften Minute der Nachspielzeit, als der Stürmer aus zehn Metern frei zum Schuss kam und den Ball neben das Tor setzte.

"Wir haben uns zwar verbessert, sind aber leider total ineffektiv", sagte Trainer Peter Radojewski nach der Partie. Wie das besser geht, machte der Gast vor: Aus zwei Chancen erzielte der Aufsteiger zwei Tore - das zweite unter unglücklicher Mithilfe von Adnan Hotic, der einen Querpass ins eigene Tor lenkte. "Dabei hat sich die Mannschaft eigentlich klar verbessert gezeigt", betonte Radojewski. Allein in der ersten Hälfte "hätten wir uns nicht beschweren können, wenn Ratingen 3:0 geführt hätte", sagte Gästetrainer Dirk Tönnies. Doch die Chancen wurden nur teilweise genutzt. Phil Spillmann erzielte kurz nach dem verschossenen Elfmeter das 1:0. Einen Freistoß, der über alle hinwegsegelte, verlängerte der Abwehrspieler mit der Fußspitze ins Tor.

Doch die Ratinger verschliefen zu häufig die Rückwärtsbewegung nach Ballverlusten - und so kamen beide Gegentore auf fast identische Weise zustande, weil sich auf den Flügeln zu viel Platz bot. Stichwort Flügel: Auch dort boten die Ratinger viel schwere Kost. Sahin Ayas, später Yannick Wollert, auch Fatih Özbayrak erreichten nicht ihr Niveau. Und so erreichten auch nur wenig Bälle den Strafraum. Doch die hatten eben viel Qualität - vor allem für einen Stürmer wie Keita-Ruel. "Ich weiß nicht, was gerade mit ihm los ist", sagt Radojewski. Er lässt seinen potenziellen Top-Spieler dennoch stehen - auch, weil er keine Alternative hat.

Nach der in der Schlussphase sehr hektisch geführten Partie wählte der Coach einige nachdenkliche Worte. "Wir werden gerade durchgereicht", sagte Radojewski. Zwei Punkte steht seine Mannschaft nur noch vor einem Abstiegsrang. "Und Abstiegskampf ist sehr, sehr unschön. Ich hoffe, die Mannschaft möchte das nicht erleben."

Dafür müsste sie aber schnell den Schalter umlegen. In der kommenden Woche spielt 04/19 beim KFC Uerdingen vor großer Kulisse. Zu verlieren hat der RSV dort nichts - vielleicht der richtige Zeitpunkt für Keita, seine Ladehemmung zu beseitigen.

Quelle: RP
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