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Lokalsport
Ein früherer Profi-Stürmer soll nun für die Ice Aliens treffen

Ratingen. Matthias Potthoff spielte bereits für Iserlohn in der höchsten Deutschen Liga. In Ratingen soll der Angreifer eine tragende Säule sein. Von Nils Jewko

Ratingen Benjamin Musga hat momentan das Sagen beim Sommertraining der Ratinger Ice Aliens. Während Trainer Alexander Jacobs noch bis Ende der Woche im Urlaub weilt, leitet der 33-jährige Routinier die Einheiten des Eishockey-Regionalligisten. Musga gibt die Übungen vor und erteilt Kommandos - auch für einen alten Weggefährten aus Zeiten bei den Revierlöwen Oberhausen. Matthias Potthoff verstärkt die Offensive des Vorjahresmeisters und hat nach seinem Wechsel von den Eisadlern Dortmund an den Sandbach einen Einjahresvertrag in Ratingen unterschrieben.

"Ich bin super von der Mannschaft aufgenommen worden und der erste Eindruck ist absolut positiv", sagt Potthoff. Die ausschlaggebenden Gründe für seinen Wechsel seien ein positives Gespräch mit dem Vorsitzenden Kay Adam sowie Schatzmeister Rainer Merkelbach, die relativ geringe Entfernung zu seinem Wohnort in Wuppertal und das Zurückfahren der sportlichen Ambitionen in Dortmund gewesen.

"Er ist ein Top-Stürmer mit absoluten Torqualitäten, der aber auch ein Auge für seine Mitspieler hat", betont Adam. "Matthias ist mannschaftsdienlich und den Teamgedanken, durch den wir auch den Titel im letzten Jahr gewonnen haben, wollen wir nicht durch egozentrische Spieler zerstören."

Welch großer Coup den Ice Aliens gelungen ist, zeigt allein der Blick auf die Vita von Potthoff. Rund 120 Einsätze in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), die Teilnahme an der U20-Weltmeisterschaft mit Deutschland (2006) und 65 Scorerpunkte in der letzten Saison belegen den Wert des Stürmers in der vierthöchsten Spielklasse im Eishockey. Die große Karriere auf dem Eis ist Potthoff trotz seiner Einsätze auf höchstem Niveau jedoch verwehrt geblieben. Am Ende der Saison 2007/2008 wurde sein Vertrag bei den Iserlohn Roosters nicht verlängert und Potthoff stand vor einer Grundsatzentscheidung: Profi-Eishockey oder Studium. Der 28-Jährige wählte das zweite Standbein und ist derzeit angehender Lehrer für Deutsch und Evangelische Religion. "Ich spiele weiter mit Spaß und Freude Eishockey und habe dabei einen guten Beruf. Bisher habe ich keinen Tag bereut, mich so entschieden zu haben", betont Potthoff.

Aber nicht nur neben, sondern auch auf dem Eis kommt bei seiner neuen Aufgabe in Ratingen die Rolle des Lehrers auf Potthoff zu. "Als Sportler verfolgt man immer einen Maximalanspruch und will alles gewinnen. Dazu möchte ich als Führungsspieler beitragen", sagt Potthoff mit Blick auf den jungen Kader der Ice Aliens. Ganz im Zeichen seines großen Vorbildes Sergei Samsonow wird er dabei mit der Rückennummer 14 auflaufen. Der Russe und frühere Profi der National Hockey League (NHL) habe während seiner Jugendzeit in Deutschland fast ein Jahr bei seiner Familie gelebt und ihn maßgeblich geprägt, erklärt Potthoff.

In wenigen Tagen kann sich dann auch Jacobs ein Bild von seinem neuen Schützling machen - auch wenn der niederländische Coach sich bereits im Vorfeld mit Lob nicht zurückhält: "Ich hätte nicht gedacht, dass sich bei unserem kleinen Budget solch ein Top-Spieler für uns entscheidet. Er wird uns mit seiner Erfahrung im Über- und Unterzahlspiel enorm weiterhelfen."

Quelle: RP
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