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Feldwebel trimmt RSV-Reserve auf Erfolg

Lokalsport: Feldwebel trimmt RSV-Reserve auf Erfolg
FOTO: falk janning
Ratingen. Peter Köppen bringt der Zweitvertretung von Ratingen 04/19 Kondition und Disziplin bei. Die Tabellenspitze ist das Ziel. Von André Schahidi

Wenn Jens Stieghorst auf Peter Köppen trifft, nennt er diesen gerne mal "Herr Magath". Da muss Köppen schmunzeln. "Nein, wir Magath bin ich nicht", sagt der Trainer der Zweitvertretung von Ratingen 04/19. Magath war für sein hartes Training bekannt, für Medizinbälle, für militärischen Drill.

Hört man Köppen jedoch zu, tun sich gewisse Parallelen durchaus auf. Nicht unbedingt zu Magath. Aber die berufliche Laufbahn des 56-Jährigen, der als, wie er selbst sagt, "alter Infanterist" beim Bund war, schimmert dann doch mal durch. "Die Bälle sind in einem Käfig eingesperrt, die Jungs dürfen da die ersten Trainings vielleicht mal dran schnuppern", sagt er. Und lacht. Meinen tut er es jedoch todernst - denn heute, in der zweiten Woche der Vorbereitung, sehen die Kreisliga-Spieler erstmals im Training einen Ball in freier Wildbahn.

Das harte Training sieht Köppen als "Willensschule", wie er selber sagt. "Es geht darum, dass wir immer nochmal beißen können. Wir haben in der vergangenen Saison davon profitiert, dass wir fitter waren als andere Teams. Die zweite Hälfte war oft unsere."

Im ersten Testspiel gegen den TuS Breitscheid war die Halbzeit indes egal. 9:0 hieß es am Ende gegen den nur eine Klasse tiefer agierenden Gegner. Fünf Tore in Halbzeit eins, vier nach der Pause. "Das darf man nicht überbewerten", betont Köppen. "Wir hatten viel mehr Leute, konnten in der Pause komplett durchwechseln und zwei Halbzeiten komplett Gas geben."

Mit dem Kader, der in die Kreisliga-Saison mit 20 Teams gehen soll, ist Köppen sehr zufrieden. In Karim Sikkal (aus Hösel) wurde ein großer Verteidiger geholt. "Den brauchten wir auch, weil wir doch recht kleinwüchsig unterwegs sind", betont der ehemalige Stabsfeldwebel. Und von Kevin Schimanski, der aus Gerresheim kam, verspricht sich Köppen viel. Der traf zwar letzte Saison nur zehn Mal. Doch als Schimanski noch beim Polizei SV spielte, netzte er in zwei Jahren fast 50 Mal ein. "Da war ich sein Trainer", sagt Köppen. "Und dort will ich ihn wieder hinbringen."

Das Saisonziel ist derweil klar. "Nach dem zweiten Platz in der vergangenen Saison können wir jetzt nicht sagen, dass wir nett mitspielen wollen", betont Köppen. Der Aufstieg ist das Ziel - um die KLuft zwischen Reserve und dem Oberliga-Team zu verkleinern. Um das zu schaffen, wurde der Kader auf 31 Spieler aufgefüllt. "Das heißt: Alle müssen mitziehen. Selbst ein Top-Stürmer wie Kris Leipzig hat manchmal seine Phasen. Aber klar ist: Bei mir hat keiner einen Freifahrtsschein. Den gibt es höchstens auf der Kirmes." Sagt Köppen, so zackig wie der Ausbilder beim Bund. Darüber muss er selber schmunzeln.

Seinen Spitznamen, den Magath, so sagt er, den mag er aber trotzdem nicht so gerne.

Quelle: RP
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