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Fischbuch ist der leise Star bei den Aliens

Lokalsport: Fischbuch ist der leise Star bei den Aliens
Dennis Fischbuch war schon 2010 einer der stärksten Spieler des Eishockey-Viertligisten - heute gehört er als gereifter Mensch zu den Führungspersonen auf dem Eis. FOTO: Markus Szczepanski
Ratingen. Der 26-Jährige ist kein Lautsprecher - er lässt lieber seine Hände sprechen. Auf dem Eis ist er der beste Spieler des Eishockey-Klubs. Von André Schahidi

Dennis Fischbuch will sich ungern selber loben. "Ich weiß, es läuft ganz gut", sagt der 26-Jährige. Dabei grinst er. "Ganz gut" ist eine latente Untertreibung der aktuellen Saison des Aliens-Stürmers. Denn Fischbuch ist in Reihe eins des Eishockey-Viertligisten der Antreiber, Torjäger und Vorlagengeber. Allein nach den 18 Vorrundenspielen hatte er schon 47 Scorerpunkte auf dem Konto. Die meisten aller Spieler in der Liga. In den fünf Spielen der Hauptrunde kam eine zweistellige Zahl hinzu. Am Wochenende sollen es noch mehr werden. Dann nämlich spielen die Außerirdischen gleich zweimal gegen den einzig verbliebenen Gegner in der Endrunde: Die Luchse Lauterbach.

Fischbuch ist mit seinen 26 Jahren inzwischen ein alter Hase im Eishockey. Er hat alles gesehen: Als Nachwuchsspieler galt er als Top-Talent, spielte bei der Düsseldorfer EG in der Deutschen Nachwuchs-Liga. Dort scorte er alles in Grund und Boden. Doch er hatte das Pech, dass junge deutsche Spieler unter Lance Nethery nur bedingt gefragt waren. So blieb es bei Einsätzen für die damalige Regionalliga-Mannschaft der DEG, bevor er dann über den Herner EV ein erstes Mal bei den Aliens landete.

Das Bittere für ihn: Zwei Jahre später war die DEG in großer Geldnot, musste zwangsläufig auf junge Spieler setzen. "Ich habe das Pech, etwas zu alt zu sein", sagt Fischbuch. Im Gegensatz zu seinem jüngeren Bruder Daniel, der nun fester Bestandteil des Düsseldorfer Kaders in der Deutschen Eishockey-Liga ist.

Dennis, der Ältere von beiden, setzte derweil seine Tour durch die unteren Ligen fort. Zunächst ein Jahr in Ratingen. 59 Punkte in 36 Spielen verbuchte er damals am Sandbach. Und verdiente sich damit einen Wechsel zu den ambitionierten Füchsen Duisburg.

"Da ging das Drama los", erinnert sich Fischbuch. Nicht unbedingt sportlich. Aber sein Körper wollte nicht. "Ich habe in den vergangenen vier Jahren maximal ein paar Monate pro Jahr richtig Eishockey spielen können", betont er. Ständig standen ihm Verletzungen im Weg - vor allem das Knie ist arg ramponiert. So sehr, dass er im vergangenen Sommer schon ans Aufhören gedacht hatte. "Ich wollte eigentlich nicht mehr", sagt Fischbuch. "Aber die Liebe zum Sport ist doch zu groß." Und so konnten sich die Aliens den Spieler angeln, der eigentlich für diese vierte Liga viel zu gut ist. Den Spieler, der sich jetzt in Ratingen aber auch sehr wohl fühlt. "Hier läuft es gut für mich", sagt er, der auch in Ratingen arbeitet.

Trainer Alexander Jacobs schätzt Fischbuch als "verlängerten Arm auf dem Eis. Ich setze mich gerne mit Dennis zusammen und spreche mit ihm über die Mannschaft, über Taktik. Er ist lange genug dabei, er weiß, wie es läuft", sagt der Niederländer. Und die Rolle nimmt Fischbuch gerne an - auch wenn er nicht das "C" für Kapitän oder das "A" für den Assistenten auf der Brust trägt. Muss er nicht, denn er führt die Mannschaft auch so.

"Wir sind ein sehr junges Team", sagt Fischbuch. "Ich sehe meine Rolle so, dass ich den jungen Spielern helfe, ihren Weg zu gehen. Vielleicht haben sie ja etwas mehr Glück als ich damals."

Quelle: RP
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