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Lokalsport
Frauen: Schäfer dominiert - Oeser sagt auf Wiedersehen

Ratingen. Die dreimalige Ratingen-Gewinnerin Jennifer Oeser hört mit dem Wettkampfsport auf. Carolin Schäfer bestätigt ihre tolle Form. Von André Schahidi

Am Ende flossen die Tränen bei Jennifer Oeser. Sie stand noch vor dem abschließenden 800-meter-Lauf bei Moderatorin Julia Nestle am Mikro. Und die Tränen kullern ihr über die Wangen. "Ich habe versucht zu kämpfen, aber ich bin langsam kampfmüde", sagte die 33-Jährige: "Mein Körper und mein Geist sind sich einig, dass die Reise bis hierhin gehen musste, aber zum Saisonende enden soll."

Die Athletin aus Brunsbüttel lag vor dem abschließenden Lauf im Kampf um das dritte WM-Ticket bei den Frauen hoffnungslos zurück, die Norm von 6200 Punkten war außer Reichweite. Oeser gewann insgesamt dreimal in Ratingen und gewann bei den Weltmeisterschaften 2009 und 2011 jeweils die Bronzemedaille. "Nun freue ich mich, vielleicht im nächsten Jahr als Co-Moderatorin wiederzukommen", sagte Oeser mit einem leichten Grinsen.

Dann wird Carolin Schäfer noch da sein. Die 25-Jährige bestritt den Siebenkampf in Ratingen, wie sie selbst sagte, aus dem "vollen Training heraus". Und holte trotzdem stolze 6667 Punkte, ihre zweitbeste Marke nach der Leistungs-Explosion mit 6836 Punkten in Götzis in Mai. "Mich haben einige Disziplinen echt überrascht", sagte Schäfer. Ich habe mich beim Sprung und über 200 Meter verbessert, ernte jetzt die Früchte des harten Trainings. Das war jetzt mein zweiter Mehrkampf auf hohem Niveau - da kann ich wirklich selbstbewusst nach London fahren und eine Medaille als Ziel setzen."

Schäfer sagt bewusst "eine Medaille". Denn Gold ist eigentlich unerreichbar: Nafissatou Thiam aus Belgien war in Götzis noch besser als sie und übertraf als vierte Frau überhaupt die 7000-Punkte-Marke. "Thiam ist momentan wirklich in einer anderen Liga", gibt Schäfer zu. "Aber danach kommen ein paar Frauen, die um die Plätze kämpfen. Und ich bin eine davon."

Zweite Frau in Ratingen wurde Nadine Visser aus den Niederlanden mit 6183 Punkten vor Mareike Arndt, die mit 6106 Zählern die WM-Norm verfehlte. Viele Tränen gab es bei Anna Maiwald auf Rang vier: Die Studentin wollte unbedingt zur Universiade, der Olympiade für Studenten, fahren. 5900 Punkte hätte sie dafür gebraucht. Doch Maiwald verletzte sich im Wettkampf, zog trotzdem durch - und am Ende fehlten ihr ganze 18 Zähler zur Norm. Sie weinte bittere Tränen auf der Tartanbahn und wurde von ihren Kolleginnen aufgemuntert.

Wer das dritte Frauen-Ticket zur WM erhält, ist im übrigen noch unklar. Die Norm übertroffen haben einzig Schäfer und Claudia Salman-Rath - ob noch eine dritte Athletin nach London reisen darf, entscheidet in den nächsten Tagen der Verband.

Quelle: RP
 
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