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Lokalsport
"Für Rekorde ist der Neujahrslauf nicht geeignet"

Ratingen. Morgen steht die Innenstadt ganz im Zeichen der Sportler. Einen von ihnen ist Vize-Feuerwehrchef Thomas Tremmel. Von Wolfgang Schneider

Sicher, die Zeiten, in denen namhafte Mittelstreckenläufer aus Afrika in Ratingen an den Start gingen, sind lange vorbei - sportlichen Ehrgeiz gibt es hier trotzdem genügend. Einer, der morgen Mittag am Marktplatz am Start sein wird, ist Thomas Tremmel. Der Ratinger ist stellvertretender Chef der Berufsfeuerwehr und müsste dem Gesetz der Serie entsprechend morgen eigentlich gewinnen. 2013 landete er auf dem dritten Platz, im vergangenen Jahr nach einem packenden Rennen auf dem zweiten. Da muss doch dieses Jahr der Sieg möglich sein, oder? "Nein, da bin ich einfach nicht in Form zu in diesem Jahr, habe mich nicht intensiv genug vorbereiten können", sagt der gebürtige Siegerländer.

Und so geht er in diesem Jahr vor allem für den guten Zweck an den Start, wird wie viele andere auch die Hospizbewegung unterstützen. Die Strecke durch die Innenstadt hält er mit seiner großen Lauferfahrung für sehr anspruchsvoll: "Für Rekorde ist der Neujahrslauf nicht unbedingt geeignet, die Strecke ist schon recht schwierig. Gerade der Hauser Ring mit seiner Steigung macht es fast unmöglich, hier Rekorde zu brechen", sagt Tremmel, dessen Marathon-Bestzeit bei knapp über 2:30 Stunden liegt. Auf die lange Strecke konnte er allerdings schon einige Zeit nicht mehr gehen: "Ich möchte unheimlich gerne wieder einen Marathon laufen, im Moment ist das allerdings zeitlich wegen der Arbeitsbelastung kaum zu schaffen. Dafür brauche ich eine vernünftige Vorbereitung."

Neben der anspruchsvollen Strecke gibt es laut dem laufenden Feuerwehrmann aber noch ein anderes Problem, warum es schwierig ist, bei einem Neujahrslauf Topzeiten zu laufen: "Der Zeitpunkt ist einfach nicht ideal dafür. Und das hat nichts mit dem Wetter zu tun, sondern damit, dass es für viele Aktiven sehr früh in der Saisonvorbereitung ist, man also noch nicht komplett im Saft steht." Allerdings freut er sich trotzdem auf die zehn Kilometer: "Gerade dort, wo Zuschauer stehen, macht es besonders Spaß."

Bleibt die Frage, was Tremmel so am Laufen begeistert. Da lacht der Mann, der jetzt seit fast genau einem Jahr in Ratingen im Dienst ist: "Es ist für mich der Sport, in dem Leistung einfach durch die Uhr, die nicht bestechlich ist, am unvoreingenommensten gemessen wird. Hier kannst Du genau sehen, ob Du Deine Leistung bringst oder ob Du noch etwas tun musst."

Quelle: RP
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