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Lokalsport
Gelebte Integration, große Gefühle und eine Goldmedaille

Lokalsport: Gelebte Integration, große Gefühle und eine Goldmedaille
Martina Stoll und ihre Tandempartnerin Sabine Klotz-Peiker (r.) hatten viel Spaß bei den Special Olympics in Hannover. FOTO: ABB
Ratingen. Als freiwillige Helfer haben sechs Ratinger die Special Olympics in Hannover unterstützt. Das Motto der Spiele: "Gemeinsam stark".

Wie ihre insgesamt 150 Kollegen der Ratinger Firma ABB stiftete auch Sabine Klotz-Peiker ihren Urlaub, um zum zwölften Mal als Helferin bei den Special Olympics, den Meisterschaften für Menschen mit einer Behinderung, dabei zu sein. Doch in Hannover erwartete die 48-Jährige eine Premiere: Sie arbeitete zum ersten Mal als Tandem. Das heißt, je ein Mensch mit geistiger Behinderung und ein Mensch ohne Behinderung bildeten ein Helferteam. Das Pilotprojekt sollte die Chance auf ein selbstverständliches Miteinander und neue gemeinsame Erfahrungen bieten.

Gleich als sie von dieser Idee erfuhr, war sie sofort begeistert: "Ich habe es mir spannend vorgestellt, gemeinsam mit einem Tandem-Partner den Tag zu verbringen und die gemeinsame Aufgabe zu bewältigen", erzählt Klotz-Peiker. Gemeinsam mit ihrer Partnerin Martina Stoll von der Lebenshilfe Hannover verbrachte sie eine "wundervolle Zeit", wie sie sagt. Der große Unterschied zur üblichen Helfertätigkeit dabei war, dass die Tandems gemeinsam die ganze Woche verbracht haben. "Die normalen Volunteers hatten diverse Aufgaben und Kontakt zu verschiedenen Athleten. Die Zeit mit Martina war sehr intensiv", erzählt Klotz-Peiker.

Beim wettbewerbsfreien Angebot betreuten die beiden die Station "Hör-Memory". "Nach recht kurzer Zeit hat Martina die Station quasi alleine betreut und ich habe mich in den Hintergrund gestellt", berichtet die erfahrene Special-Olympics-Helferin. "Ich war wirklich beeindruckt davon, wie liebevoll die geistig behinderten Menschen miteinander umgehen. Ohne irgendwelche Vorurteile und Vorbehalte."

Das Tandem nutzte auch die Zeit, um sich andere Wettbewerbe, die Siegerehrung bei der Leichtathletik, Olympic Town und das Gesundheitsprogramm zu besuchen. "Es gab viele schöne Situationen", erzählt sie. "Martina hat mich am ersten Morgen im Hotel überrascht, dann haben wir gemeinsam gefrühstückt und sind dann zum Veranstaltungsort gelaufen. Das war dann unsere Routine für die weiteren Tage."

Auch Martinas Tränen bei der Abschlussfeier und bei der Verabschiedung bleiben der Helferin in Erinnerung: "Das war sehr emotional und ist mir sehr nah gegangen. Hätte ich vorher auch nicht gedacht."

Der Ratinger Helfer Michael Gresens, der als Schiedsrichter beim Tischtennis eingesetzt war, kommt nicht nur mit schönen Erinnerungen zurück aus Hannover. Er durfte sich zudem über eine Goldmedaille freuen. Gemeinsam mit seinem Partner Stefan Nellessen von den Gemeinnützigen Werkstätten Neuss GmbH erspielte er sich im Tischtennis im "Unified Doppel" den ersten Rang. "Unified" bedeutet, dass Menschen mit und ohne geistige Behinderung gemeinsam Sport treiben - Inklusion in Reinform also.

"Wir haben regelmäßig zusammen trainiert", berichtet der Goldmedaillengewinner, der sonst auch in der Bezirksliga für die DJK Jugend Eller spielt. "Und ich werde auch weiterhin mit den Athleten der GWN trainieren und hoffe, dass es vielleicht bei den nächsten Sommerspielen 2018 wieder mit einer Teilnahme klappt."

Quelle: RP
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