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Lokalsport
Handball: TuS ist sauer auf "Umfaller" Rose

Lintorf. Der junge Leistungsträger wechselt plötzlich nach Mönchengladbach - trotz Zusage für die kommende Saison.

Seine komplizierte Knie-Operation mit anschließender Reha in Essen hat Kalle Töpfer bestens verkraftet. Aber als sich der Handball-Manager des Oberligisten TuS Lintorf dann wieder um seinen Verein kümmerte, da traf ihn eine knüppelharte Enttäuschung. Die Sommer-Vorbereitung zur neuen Saison läuft längst, Vincent Rose mischte wie gewohnt munter mit, zeigte sich voller Tatendrang, und dann kam der Hammer: Der 20 Jahre alte Rückraum-Torjäger, der im knallharten und bestandenen Abstiegskampf der letzten Saison die entscheidenden Tore warf, ließ über seinen Vater mitteilen, dass er zum Oberliga-Rivalen Borussia Mönchengladbach wechselt.

"Ich konnte das erst garnicht glauben", sagt Töpfer. "Vincent saß kürzlich noch bei mir im Wohnzimmer, er strahlte, er erklärte mir, wie wohl er sich im TuS 08 fühlt. Und nun dieser Umfaller. Vincent wäre in der kommenden Saison unser Star geworden, er besitzt dazu alle Voraussetzungen. Ich habe früher auch den Verein gewechselt, wenn ich mich verbessern konnte. Aber das kündigt man rechtzeitig an, für solch einen Umfaller fehlt mir jedes Verständnis."

Trainer Christian Beckers: "Ich kommentiere diesen Wechsel nicht." Verstehen tut den Wechsel ohnehin niemand. Rose ist ein Ratinger Junge, auch wenn er bei der ART ausgebildet wurde. Die ständigen Fahrten nach Mönchengladbach werden kein Zuckerschlecken. Zudem wissen die Lintorfer, dass gerade die Borussia auf der Königsposition, wo sich Rose am wohlsten fühlt, bestens besetzt ist.

"Nach einem Gespräch mit der Mannschaft ist das Thema abgehakt", so Töpfer. "Wir haben einige gute Spieler, die die entstandene Lücke füllen werden." Er nannte auch gleich aus seiner Sicht die Namen: Marius Haverkamp und Janis Löwenstein links und in der Mitte, rechts Christoph Lesch und Neuzugang Carsten Obermann.

Drei routinierte Spieler, Daniel Ziebold, Tim Bauerfeld und Stefan Sossalla, die im Seniorenbereich nie den Verein gewechselt haben, sind nicht mehr dabei. Deshalb muss Christian Beckers das gesamte System ändern. Das Deckungssystem, die Laufwege nach vorne, die Tempowechsel, nichts ist mehr wie früher. Die fünf Neuzugange Alex Dellbrügge, Jan Lenzen, Mark Pfeiffer, Carsten Obermayer und Florian Ludorf, sie müssen mit den verbliebenen Spielern all das in den Griff bekommen und die Lücken schließend. Es erfordert Schwerstarbeit von Christian Beckers. Das Vorbereitungstraining läuft seit dem 10. Juni und geht bis zum 16. Juli. Dann gibt es noch einmal drei Wochen Trainingspause.

(wm)
 
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