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Handball
Handballer der SG wie aus einem Guss

Ratingen. Der Drittliga-Aufsteiger Ratingen beseitigte durch den verdienten 33:24-Erfolg über den Neusser HV auch ohne den operierten Arthur Giela letzte Zweifel am Klassenerhalt. Trainer Richard Ratka gab der Mannschaft zehn Tage frei. Von Michael Deutzmann

Der beste Werfer des Handball-Drittligisten SG Ratingen saß auf der Tribüne und kam dort aus dem Staunen nicht mehr heraus. Arthur Giela hatte sich am Freitag einer Knie-Operation unterzogen - die als Eingriff an Knorpel und gestrafften Kreuzbändern sehr erfolgreich war. "Das ist schrecklich, zusehen zu müssen", erklärte der Rückraumspieler, "das kann ich überhaupt nicht." Als Schub für eine möglichst schnelle Heilung präsentierten ihm die Teamkollegen einen 34:23 (17:11)-Erfolg über den Neusser HV. Durch den verdienten Erfolg kletterte der Aufsteiger jetzt sogar auf den siebten Tabellenplatz und kann dort jetzt mit 27:25 Zählern zum zweiten Mal in dieser Saison ein positives Punktekonto vorweisen. Das Thema Abstieg ist deshalb vier Runden vor dem Serienende endgültig vom Tisch.

Ratingen sicherte sich den Sieg über eine starke Mannschaftsleistung und über eine streckenweise brillant funktionierende Deckung - mit Damian Janus und Sebastian Bartmann in der Mitte als tragenden Säulen. Nach dem 0:1 (1.) nahm das Team von Trainer Richard Ratka das Heft in die Hand - 3:1 (5.), 7:3 (10.), 9:4 (13.). Ratkas Kollege René Witte nahm eine Auszeit, ohne dass sich die Gastgeber irritieren ließen. Beim 8:11 (21.) war Neuss noch einmal etwas dichter dran, doch die SG verfiel kein bisschen in Hektik.

Deshalb gelang den Hausherren vor der Pause der frechste Treffer des Tages. Beim Stande von 16:10 (27.) eroberte Ratingen hinten den Ball. Und Mike Schulz erzielte kurzerhand durch einen weiten Wurf über fast 30 Meter das 17:10 (28.). "Eigentlich wollte ich ja zu Ben Schütte passen. Dann habe ich aber gesehen, dass der Torhüter weit vor seinem Tor steht, und es einfach probiert", berichtete der Rechtsaußen. Seine insgesamt acht Treffer wollte er sowieso nicht überbewerten: "Wichtig ist, dass die Mannschaft gut aussieht." Das war beinah über die gesamten 60 Minuten der Fall und nach dem Wechsel brannte ebenfalls nichts mehr an. Neuss kam keinen Millimeter näher, weil Ratkas Mannschaft weiter im höchsten Gang unterwegs war.

Dass die SG bei einer Zeitstrafe gegen René Zobel ohne Gegentreffer blieb und sogar vom 18:12 (33.) auf 20:12 (35.) erhöhte, raubte den Gästen weiter den Nerv. Der Klassen-Neuling konnte den Rest der Partie souverän kontrollieren und ab und an weitere Qualitäts-Nachweise abliefern. Den einen oder anderen steuerte Standby-Aushilfe Christian Rommelfanger bei, der sich erneut als Giela-Ersatz zur Verfügung stellte. Das schönste Tor des Rückraumspielers war das 30:21 (55.), als er den Ball knallhart im Torwinkel unterbrachte. Und genau 16 Sekunden vor dem Ende eroberte Rommelfanger durch einen energischen Einsatz das Spielgerät zurück, das die SG ausnahmsweise unnötig verloren hatte - beim Stande 33:24, als längst alles gelaufen war.

"Ich freue mich über die Leistung der Mannschaft", sagte Trainer Ratka, "und natürlich bin ich sehr zufrieden. Im Moment haben wir auch das Glück, dass man braucht. Es ist immer gut, wenn du Spieler wie Christian Rommelfanger im Aufgebot hast, die dir weiterhelfen." Weil es der Coach bei einer entsprechenden Punkte-Ausbeute versprochen hatte, gibt es jetzt für das gesamte Team eine vollständige Handball-Pause von stattlichen zehn Tagen. Erst dann beginnt die Vorbereitung auf den Saison-Endspurt (vier Spiele), der am 18. April (19.30 Uhr) mit der Partie beim Viertletzten VfL Gladbeck beginnt. Arthur Giela wird dann wieder zusehen müssen, weil er in dieser Saison gar nicht mehr spielen kann. Wie schrecklich das für ihn wird, hängt nicht zuletzt von den Teamkollegen ab.

Quelle: RP
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