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Hösel braucht einen Sieg im Abstiegs-Krimi

Lokalsport: Hösel braucht einen Sieg im Abstiegs-Krimi
Sezer Orhan (weißes Trikot) behauptet den Ball gegen drei Lintorfer - so wünscht man es sich auch morgen. FOTO: ABZ/AR
Ratingen. Ein Remis im Derby bei Absteiger Rot-Weiß Lintorf wird dem gefährdeten Fußball-Bezirksligisten wohl nicht reichen. Von Werner Möller

Den Abstiegskampf in der Fußball-Bezirksliga, der morgen mit dem letzten Spieltag entschieden wird, den könnte selbst der große Alfred Hitchcock nicht dramatischer gestalten. In der Gruppe eins gibt es fünf Absteiger, mit dem Schlusslicht Rot-Weiß Lintorf und Neuling BV 04 stehen allerdings erst zwei davon fest. Es traf dabei zwei ganz große Traditionsvereine des Kreises 1.

Wer muss sie begleiten? Am meisten gefährdet sind die drei Kellerkinder Agon 08 (35 Punkte), FC Büderich und SV Hilden Nord (je 36 Punkte). Doch auch der SV Hösel, der auf Platz elf, dem ersten rettenden Platz, nur einen Punkt mehr hat, ist noch hochgradig gefährdet. Selbiges gilt auch für Hilden 05/06, das ebenfalls 37 Zähler auf dem Konto hat. Selbst der SSV Berghausen auf Rang neun kann mit 38 Punkten noch erwischt werden. Dieses Trio kann sich immerhin aus eigener Kraft retten. Hösel hat es beim Derby in der Hand - ausgerechnet beim wenig geliebten Nachbarn aus Lintorf. 1:0 gewannen die Höseler im Herbst mit erheblichem Glück ihr Heimspiel. Schaffen sie erneut einen Dreier, sind sie auf jeden Fall gerettet. Wie in der letzten Saison, als in Bockum beim Abstiegsendspiel vor 700 Zuschauern 2:1 gewonnen wurde und die Krefelder den bitteren Gang in die Kreisliga antreten mussten.

Die Verfassung der Lintorfer Mannschaft ist mäßig. Nur ein Punkt wurde in den letzten zwölf Spielen geholt. Aber all dies könnte am Sonntag keinerlei Aussagekraft besitzen, denn die Rivalität auf dem Feld ist groß. Das betrifft die Mannschaften, nicht die Vorstände. Die treffen sich auch diesmal vor dem Derby und diskutieren die Lage. Aber wenn der Anpfiff ertönt, dann ist mit einer höchstmotivierten Lintorfer Truppe zu rechnen - wie sie vielleicht in der gesamten Spielzeit noch nicht auftrat. RWL hat nichts mehr zu verlieren, kann aber trotz Abstieg noch einiges gerade rücken. Dazu Trainer Frank Sippli: "Die Spieler kennen sich genau. Einige gingen zusammen zur Schule, andere treffen sich abends und trinken ein Bier zusammen. Die Rivalität bezieht sich ausschließlich auf die 90 Minuten, wenn es um Punkte geht. Wir wollen uns mit einem Sieg aus der Bezirksliga verabschieden." Leicht wird es jedoch nicht mit dem Toreschießen. denn es fehlen in Lintorf die verletzten Routiniers Kevin Löw, Pascal Ohlenmacher und Dennis Minnerop, und so stoßen wieder einige A-Junioren in den Kader.

Dem SV Hösel dürfte wegen seinem schlechten Torverhältnis ein Unentschieden im Derby nicht zur Rettung reichen. Deshalb wird Trainer Christoph Höfig umdenken. Ganz auf Konter über Sezer Orhan und Dominik Woeste zu bauen, oder auf die Standardsituationen mit Kopfball-Spezialist Mark Rueber zu setzen, das könnte fehlschlagen. Man wird sehen, wie Höfigs Strategie aussieht. Dessen Boss Jürgen Kötte gibt sich jedenfalls gelassen: "Etwa 100 Fans bringen wir mit. Die zweite und dritte Mannschaft, Eltern, Omas und Opas, alle wollen dabei sein. Wir kommen mit Respekt, werden aber bestimmt keinen Angsthasen-Fußball spielen." Die Gäste gehen das Projekt Klassenverbleib ohne Ausfälle an.

Die SSVg Heiligenhaus, souveräner Meister und Aufsteiger der Gruppe 2, erwartet mit Union Solingen einen Gast aus dem Mittelfeld der Tabelle. Trainer Dietmar Grabotin hat seinen Vertrag nach einigem Nachdenken verlängert, er nutzt dieses Saisonabschluss-Spiel noch einmal, um einiges zu testen. Denn mit Deniz Top, Gizm Rexhaj, Hiddi Aydogan und Hakan Yalcinkaja fallen vier verletzte Stammspieler aus. "Dadurch können sich erneut einige Nachwuchsspieler zeige", sagt der 56 Jahre alte Coach. Daheim ist seine SSVg in dieser Saison unbesiegt (14 Heimsiege bei nur einem Unentschieden) und das möchte sie auch im letzten Spiel der Saison bleiben.

Quelle: RP
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