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Ice Aliens: Aus Rivalität wird Feindschaft

Lokalsport: Ice Aliens: Aus Rivalität wird Feindschaft
Aliens-Trainer Alexander Jacobs hat mit den Hammer Eisbären noch ein Hühnchen zu rupfen. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Das Verhältnis zwischen dem Tabellenführer der 1. Liga West und den Hammer Eisbären ist nach dem Skandalspiel am Freitag zerstört. Die Ratinger gaben gegen Dinslaken eine sportliche Antwort, doch Trainer Jacobs gießt Öl ins Feuer. Von André Schahidi

Die Pressekonferenz nach dem Spiel der Ratinger Ice Aliens gegen die Kobras aus Dinslaken war eigentlich schon vorbei, da setzte Alexander Jacobs noch einmal an. "Glaub mir", sagte der Trainer des Eishockey-Viertligisten. "Die Hammer sollten vorbereitet sein, wenn sie zu uns kommen. Wir sind bissig."

Es brodelte immer noch im Niederländer, selbst zwei Tage "danach". Sieben große Strafen wurden bei der 1:4-Niederlage der Aliens in Hamm ausgesprochen, das Spiel geriet völlig aus der Bahn. Der Trainer erklärte nach dem Spiel und vor dem offiziellen Teil gerne noch einmal seine Sicht der Dinge, erzählte von den Provokationen, die seine Spieler erleben mussten. Überraschenderweise sahen es die Kontrahenten vom Freitag genau anders herum. "Ich wollte eigentlich, dass meine Spieler von der Strafbank weg bleiben", sagte Hamm-Trainer Daniel Galonska. "Wir haben uns gewehrt und nichts alles hingenommen."

Und so wird der schwarze Peter, von wessen Seite die Provokationen jetzt ausgingen, hin und her geschoben. In einem sind sich beide Seiten jedoch einig: "Letztendlich haben sich beide Mannschaften nicht mit Ruhm bekleckert", sagte Galonska. Das sah man auch auf Ratinger Seite so. "Wir spielen Eishockey, weil es Spaß macht. Wir sind alles Amateure, Gesundheit ist unser höchstes Gut", sagte Kay Adam, der Vorsitzende der Aliens. "Ich finde ein solches Spiel ganz schlimm. Wäre ich in Hamm mit dabei gewesen, ich hätte den Regelspielraum ausgenutzt, mein Team für zehn Minuten vom Eis genommen und mit Schiedsrichtern und Gegnern das Gespräch gesucht. Das war doch kein Zustand so." Es wäre wohl die einzig besonnene Stimme in einer aufgeputschten Atmosphäre gewesen.

Wer die Eskalation letztlich zu verantworten hatte, ist nicht wirklich zu ermitteln. Wie nach einer Spielplatzrauferei zeigen alle Beteiligten mit dem Finger auf den jeweils anderen. Fakt ist, dass ein Eishockeyspiel entgleist ist. Aus gesunder sportlicher Rivalität wurde offene Feindschaft. Und sportlich hat es den Aliens nicht gut getan, wie die erste "echte" Niederlage in dieser Saison beweist. Von daher ist das zusätzliche Öl, das Jacobs mit Bemerkungen wie der nach der Pressekonferenz ins Feuer gießt, nicht hilfreich.

Denn Ratingen gab auf dem Eis - anders als die Eisbären, die gegen Neuss am Sonntag 3:5 verloren - eigentlich die perfekte Antwort. Im Spiel gegen Dinslaken (6:0) spulte das Jacobs-Team ein fast perfektes Heimspiel ab. Trotz des Ausfalls der beiden Top-Scorer Dennis Fischbuch und Milan Vanek hätte das Spiel gut und gerne auch zweistellig ausgehen können. "Das war eine tolle Antwort meines Teams", sagt Jacobs. "Jeder war für den anderen da. Wir waren dezimiert, hatten sogar Spieler mit gebrochener Kufe. Denen wurde dann von Mannschaftskameraden ausgeholfen."

Zumal die Partie gegen Dinslaken zeigte, dass die Aliens - sofern sie sich darauf beschränken, Eishockey zu spielen, in der Liga das mit Abstand beste Team sind. Einzig im letzten Drittel wurde es kurz hitzig - nach einem unnötigen Foul von Jan-Philipp Priebsch kochten die Gemüter ebenso unnötig hoch. Jacobs wäre daher gut beraten, seinen provokanten Satz noch einmal zu überdenken. Bissig sollten die Aliens im Rückspiel gegen die Eisbären am Karnevalsfreitag zwar sein. Aber bitte rein sportlich. Die beste Antwort, die der Tabellenführer seinem Verfolger geben könnte, wäre ein klarer Sieg - ohne Provokationen und böse Fouls.

Quelle: RP
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