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Lokalsport
Ice Aliens fühlen sich von Schiedsrichtern verfolgt

Ratingen. Beim Eishockey-Viertligisten ist Schiedsrichter-Schelte gerade in Mode. Dabei gibt es genug eigene Unzulänglichkeiten. Von André Schahidi

Alexander Jacobs brauchte keine Minute, um wieder zu seinem Lieblingsthema zu kommen: den Eishockey-Schiedsrichtern in der 1. Liga West. Das Trainergespräch nach der Partie seiner Ice Aliens gegen die Eisadler aus Dortmund nutzte der Niederländer wieder zu einer Generalabrechnung mit den Unparteiischen. Und auch danach konnte sich Jacobs nicht wirklich beruhigen. "Ich habe zu 100 Prozent das Gefühl, dass wir seit dem Spiel in Hamm von den Schiedsrichtern verfolgt werden", sagte er ziemlich deutlich. "Die Strafen, die gegen uns gepfiffen werden, sind in Ordnung. Das möchte ich klarstellen. Aber sie lassen bei den Gegnern so viel durchgehen. Ich weiß nicht, ob es wirklich stimmt. Aber ich habe das Gefühl."

Allein gegen Dortmund gab es für die Aliens-Verantwortlichen wieder einiges an Kritik-Bedarf. Vor allem die Szene, die das Spiel entscheidend Richtung Dortmund lenkte: Das Tor der Eisadler, das zunächst nicht gegeben wurde, dem direkt ein Treffer der Aliens folgte - und dann, nach Beratschlagung durch die Offiziellen, doch der Dortmunder Treffer gegeben wurde. Eine sehr kuriose Situation, die so aber regelkonform ist. "Ohne Videobeweis gilt, dass das Schiedsrichter-Team die Entscheidung in der nächsten Unterbrechung besprechen und dann entscheiden kann", sagt Holger Gerstberger, Schiedsrichterbeauftragter der Deutschen Eishockey-Liga. "Im Extremfall kann das bedeuten, dass ein zweites Tor nicht anerkannt wird, weil das erste nach der Besprechung doch gegeben wird."

Diese Szene wurde von Jacobs nicht einmal angemahnt, er sagte selbst, dass die "Scheibe klar drin" war. Er berief sich auf die merkwürdige Strafzeitenverteilung. In der Tat schickte Schiedsrichter Martin Prudlo im Mittelabschnitt nur Ratinger auf die Strafbank und erst zum Schluss - als die Partie quasi entschieden war - mussten auch Dortmunder brummen. "Maurice Becker bekommt einen Kniecheck und einen weiteren harten Check - und da passiert nichts", sagt Jacobs. "Selbst wenn er mit der Trage vom Eis gebracht werden muss, gibt es keine Strafe."

Hier agierte Prudlo unglücklich. Doch müssen sich Jacobs und seine Ratinger auch an die eigene Nase fassen. "Wenn es nicht läuft, läuft es halt nicht", sagte Jacobs. Denn von der Souveränität, die die Aliens über weite Strecken der Saison auszeichnete, war nichts zu sehen. Die erste Reihe um Dennis Fischbuch und Milan Vanek hat Ladehemmung, die restlichen Blöcke sind aufgrund der extrem vielen Ausfälle durchgewürfelt und nicht eingespielt.

Trotzdem hätten die Ratinger auch beim 2:4-Rückstand wieder in die Partie finden können, spielten sie doch fast die letzten vier Minuten des Spiels in doppelter Überzahl. Jacobs nahm seinen Torhüter jedoch erst kurz vor dem Ende vom Eis - und auch so erspielten sich die Außerirdischen keine richtige Chance. Die Abstimmung, sie passt aktuell nicht bei den Ice Aliens. Trainer Jacobs hat noch ein paar Wochen, um das abzustellen. Es wäre vielleicht besser, die Verantwortlichen bei den Aliens investierten ihre Kraft vorrangig in diese Probleme, anstatt die Schuld bei den Schiedsrichtern zu suchen.

Quelle: RP
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