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Lokalsport
Ice Aliens verlieren Skandalspiel in Hamm

Ratingen. Sieben Spieldauerstrafen und eine 1:4-Niederlage standen beim Zweiten zu Buche. Gegen Dinslaken gab es ein ungefährdetes 6:0. Von André Schahidi

Das Spiel der Ratinger Ice Aliens gegen die Dinslakener Kobras war im vollen Gange, doch die erste Reihe des Eishockey-Viertligisten saß quasi auf der Tribüne: Dennis Fischbuch, der Top-Scorer, hockte direkt neben Milan Vanek, der Nummer zwei. Daneben Abwehrspieler Lucas Becker. Das Trio durfte nicht mitspielen - die drei hatten bei der fast denkwürdigen 1:4-Niederlage am Freitag in Hamm jeweils eine Spieldauerstrafe erhalten. Und so sahen sie wie die 323 Zuschauer am Sandbach von Außen zu, wie die Teamkollegen gegen Dinslaken einen unspektakulären 6:0 (2:0, 3:0, 1:0)-Sieg einfuhren.

"Das war unfassbar, was in Hamm passiert ist", sagte Dennis Fischbuch über die Niederlage beim Tabellenzweiten. Er durfte am Freitag für einen Bandencheck Duschen gehen. "Ich soll einen Gegner hart gecheckt haben, der über 20 Zentimeter größer ist als ich. Wie soll das bitte gehen?", sagte Fischbuch. Dabei war im ersten Drittel noch alles in grünen Bereich. Die Gastgeber führten 1:0. "Das ging auch in Ordnung", meinte Fischbuch. "Danach gingen aber die Provokationen los."

Die Partie wurde immer härter. Irgendwann war der Schiedsrichter überfordert und warf mit großen Strafen um sich: gleich sechs Spieldauer- (jeweils drei pro Team) sowie eine Matchstrafe für die Eisbären. "Die Hammer Spieler sind immer so lange liegengeblieben, bis wir vom Eis geschickt wurden", meinte Fischbuch. "Danach sind sie fröhlich aufgestanden und konnten grinsend weiterspielen."

Die Ratinger ließen sich von der hitzigen Atmosphäre anstecken, kassierten weitere Strafen. Und so blieb es für die Aliens beim zwischenzeitlichen Ausgleich von Dennis Fischbuch, bevor die Hammer mit drei Toren im Schlussabschnitt die Partie entschieden - und der Mannschaft von Alexander Jacobs die erste Niederlage nach regulärer Spielzeit beibrachten. "Ich war in Hamm leider nicht dabei", sagte der Vorsitzende Kay Adam nach der Partie. "Aber ich habe mich schwarz geärgert. Wäre ich mitgefahren, ich hätte mein Team für zehn Minuten vom Eis geschickt - damit sich alle Beteiligten wieder beruhigen.

Das war beim Spiel gegen die Dinslakener Kobras nicht mehr nötig. Denn die Partie lief schon eher so ab wie die bisherigen in der laufenden Saison: Obwohl arg dezimiert, hatten die Hausherren das Geschehen völlig im Griff und gingen durch Jan-Philipp Priebsch in doppelter Überzahl in Führung. Und als Maurice Becker nach zehn Minuten im Nachstochern den Puck zum 2:0 über die Linie stocherte, lief alles seinen gewohnten Gang. Erst recht, als nach drei weiteren Toren in den letzten Minuten des Mitteldrittels die Partie entschieden war. Einzig im letzten Abschnitt wurde es nach einem Check von Priebsch noch einmal hitzig, Kobra-Spieler Kamil Vavra drehte in der Folge etwas durch und erhielt eine Spieldauerstrafe, Priebsch zwei plus zehn Minuten - aber alles kein Vergleich zum Chaos-Spiel in Hamm.

Quelle: RP
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