| 00.00 Uhr

Lokalsport
Junge Löwen gegen noch jüngeres Lemgo

Ratingen. Der verjüngte Handball-Drittligist muss beim Überraschungsteam ran. Timo Worm ist eines der SG-Talente. Von André Schahidi

Der Weg war immer der gleiche: Von der Bank ging es zum Kreis. Ball genommen, an die Linie gestellt, Tor gemacht - und wieder zurück zur Bank. So sah der Arbeitsalltag von Timo Worm im letzten Spiel seiner SG Ratingen gegen Schalksmühle-Halver genau sechsmal aus. Das Nachwuchstalent des Löwenrudels hat sich als Siebenmeter-Experte hervorgetan - nur mit der allgemeinen Spielzeit hapert es noch ein wenig. So wird der 19-Jährige auch morgen (17 Uhr) in Lemgo weitgehend von der Bank kommen.

"Mich freut natürlich, dass das mit den Siebenmetern bislang so gut geklappt hat", sagt Worm, der vor der Saison aus dem Nachwuchs des Bergischen HC kam. Acht von acht Strafwürfen verwandelte er in der laufenden Spielzeit. Und ist damit mit zwei weiteren Spielern einer der wenigen, die schon acht (oder mehr) Siebenmeter verwandelten - und noch keinen verwarfen. "Die Würfe hat Timo souverän getroffen", meint Spielertrainer Simon Breuer. "Klar ist - wer trifft, darf weiter werfen." Zumal Ratingens Schütze Nummer eins, Ben Schütte, auch in dieser Woche aufgrund seiner Hochzeit fehlt. Schütte verwandelte bislang zehn von zwölf - auch schon eine gute Quote. "Es ist doch gut, dass wir sichere Schützen haben", sagt Trainer Breuer.

Für Worm sollen die Siebenmeter indes nicht das Ende der Fahnenstange sein. "Es ist natürlich schön, dass der Trainer mir dort das Vertrauen schenkt", meint der 19-Jährige. "Aber mein großer Wunsch ist es natürlich, auch abseits der Siebenmeter zu spielen." Das klappte bislang nur in zwei Spielen der Saison - in Leichlingen und gegen Krefeld erhielt Worm nennenswerte Einsatzzeiten. "Das ist mein erstes Seniorenjahr, natürlich ist es am Anfang schwer. Ich musste vor allem wieder richtig reinkommen, weil ich in der letzten Saison vier Monate wegen einer Verletzung fehlte.

Nun tastet sich der 1,85-Meter-Rückraumspieler langsam heran. Dass es bei der SG sportlich noch nicht so läuft, beschäftigt ihn nicht. "Wir haben eine gute Mannschaft. Es war klar, dass die ersten Spiele gegen Top-Teams sehr schwer werden würden, gegen Schalksmühle haben wir immerhin unseren ersten Punkt geholt", sagt Worm. Dazu trug er mit seinen sechs verwandelten Strafwürfen maßgeblich bei.

Trainer Breuer bescheinigt seinem Schützling ein großes Talent. "Er ist sehr dynamisch, hat einen guten Antritt", meint der Spieler-Coach. "Aber es ist klar, dass Timo noch Zeit braucht, um in der Liga zurecht zu kommen. Ich bin aber zuversichtlich, dass er das schafft."

Und so reist Worm mit der Mannschaft heute nach Lemgo. "Das wird aber schwer", meint Worm. Und auch Breuer glaubt, dass "nur was zu holen ist, wenn wir hellwach sind und uns weiter steigern. Lemgo ist eine junge Truppe, die in der vergangenen Saison vielleicht etwas unerfahren war. Das sind aber alles Talente, die jetzt alle ein Jahr älter sind." Vielleicht der perfekte Anschauungsunterricht für Ratingens Talent Timo Worm.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: Junge Löwen gegen noch jüngeres Lemgo


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.