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Handball
Kapitän Ben Schütte geht weiter voran

Handball: Kapitän Ben Schütte geht weiter voran
Ben Schütte hat sein Karriereende verschoben. Der 35-Jährige will Ratingen in die Erfolgsspur zurückbringen. FOTO: Ar/abz
Ratingen. Nach der katastrophalen Saison und dem Abstieg aus der Dritten Liga will die SG Ratingen in der Regionalliga wieder erfolgreichen Handball zeigen. Zum Auftakt geht es zur HSG Neuss/Düsseldorf II - eine erste Standortbestimmung. Von Nils Jewko

Eigentlich war es schon eine beschlossene Sache. Ben Schütte, Kapitän der SG Ratingen, wollte im Sommer nicht mehr auf das Parkett zurückkehren. Der Linksaußen hatte Bastian Schlierkamp, seinen langjährigen Freund und Geschäftsführer des Vereins, bereits über sein Karriereende informiert. Mit 35 Jahren sind die Schmerzen, die kleinen Wehwehchen immer größer geworden. Es sollte Schluss sein mit Handball - doch Schütte blieb. "Ich konnte so nicht aufhören", betont der Routinier. "Ich will ausmerzen, was auch ich verbockt habe."

Er hätte sich nicht einfach auf die Couch legen können, erzählt Schütte. Nicht nach der letzten Saison, als das selbst ernannte Löwenrudel völlig zahn- und chancenlos aus der Dritten Liga abstieg. Gemeinsam mit den Verantwortlichen hat er einen Kompromiss gefunden: Einmal pro Woche darf Schütte, der bald Vater wird, individuell trainieren - wenn er möchte. "Dass Ben nach so einer katastrophalen Saison in seiner Situation weiterspielt, ist sensationell", sagt Schlierkamp.

Gemeinsam wollen sie, wie auch die gesamte Mannschaft, den Turnaround schaffen nach dem ersten großen Rückschlag der jungen Vereinsgeschichte. Sie wollen endlich wieder Spiele gewinnen, am besten schon morgen, wenn die SG Ratingen um 17:30 Uhr zum Saisonauftakt der Regionalliga-Nordrheinliga bei der Reserve der HSG Neuss/Düsseldorf antritt. "Ich habe ein gutes Gefühl", sagt Schütte, "die Jungs sind heiß, auch wenn es in der Vorbereitung noch viel Licht und Schatten gab."

Sicherlich liegt es auch daran, dass sich bei der SG Ratingen vieles verändert hat in diesem Sommer. Die Liga, die erst vergangenes Jahr durch den Zusammenschluss der Landesverbände Mittelrhein und Niederrhein eingeführt wurde, der Trainer und allen voran das spielende Personal. Mit Jascha Schmidt, dem ehemaligen Bundesligaspieler Ace Jonovski und Kai Funke wurden drei externe Neuzugänge verpflichtet. Torwart, Abwehrchef und Kreisläufer - sie sollen die neue SG-Achse bilden und die Abgänge kompensieren.

Doch bis dahin sei es noch ein weiter Weg, sagt Trainer Khan, der das Amt vor fünf Monaten übernommen hat. "Noch sind wir längst nicht gerüstet für diese Saison. Wir sind gerade erst dabei, ein Team zu werden." Es fehle vor allem noch an der nötigen Stabilität, sowohl in der Defensive als auch in der Offensive. Schließlich wollen die Ratinger die Zuschauer mit Tempohandball, Engagement und Leidenschaft begeistern - also mit Tugenden, die letzte Saison komplett gefehlt haben.

In der Neusser Halle wartet auf die SG morgen Abend eine erste Standortbestimmung. "Das ist ein brandgefährlicher Gegner. Wir müssen von der ersten Sekunde an dagegenhalten", betont Khan. "Ich erwarte ein Duell auf Augenhöhe, auch weil wir personell aus dem letzten Loch pfeifen." Gleich mehrere Spieler drohen den Saisonstart zu verpassen, darunter mit Lennart Maesch und Carsten Jacobs auch die beiden Linkshänder im Team.

Trotzdem sehnen sie sich in Ratingen wieder nach Erfolgen, auch wenn sich alle mit einer klaren Zielsetzung zurückhalten. "Wir sind damit letztes Jahr böse auf die Nase gefallen", sagt Schütte, für den das Spiel gegen die HSG noch aus einem weiteren Grund ein besonderes ist: An der Seitenlinie der Gastgeber steht der ehemalige Nationalspieler Mark Dragunski, sein alter Zimmerpartner bei TuSEM Essen.

Quelle: RP
 
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