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Lokalsport
Kasal glänzt in seinem letzten Spiel

Ratingen. Das Geburtstagskind der SG Ratingen widmet sich seinem lädierten Knie. Zuvor warf er sechs Tore. Von André Schahidi

Ganz gemütlich joggt Dominic Kasal durch die Halle an der Gothaer Straße. Er grinst breit. Es war ein guter Tag für den 24-Jährigen. Geburtstag, Sieg gegen Wiesbaden, gelungener Saisonabschluss - der Spielmacher der SG Ratingen ist zufrieden. Obwohl noch zwei Spieltage in der dritten Handball-Liga zu absolvieren sind, ist die Saison für Kasal vorbei. "Ich muss mich jetzt um mein Knie kümmern", sagt er.

An den 27 Spieltagen zuvor hat sich Kasal geschunden und auf die Zähne gebissen. Das Knie muckt schon länger, meistens kann der bullige Handballer nur spielen, wenn er mit Schmerzmitteln vollgepumpt ist. "Das ist doch kein Zustand", sagt er. "Ich gehe jetzt zum Arzt, dann machen wir einen OP-Termin. Und dann schauen wir mal, was kaputt ist. Ich hoffe ja, dass ich rechtzeitig zur kommenden Saison wieder fit bin."

Das hofft auch Trainer Richard Ratka. Für ihn ist Kasal eigentlich unverzichtbar. "Er hat eine gute Saison gespielt, die Führungsrolle übernimmt er glänzend. Er ist im Moment unverzichtbar für uns." Kasals Augen leuchten, wenn er die Komplimente vernimmt. "Es macht mich schon stolz, wenn ein Mann wie Richard Ratka, der wirklich schon viel erlebt hat, so etwas über mich sagt", betont Kasal.

Auch gegen Wiesbaden (40:24) war Kasal, trotz mauer Gegenwehr, gut in Form. Er leitete das Angriffsspiel und traf sechsmal. "Das war ein gutes, nettes Geschenk", sagte Kasal schmunzelnd. Von den Zuschauern gab es vor Anwurf ein kleines Ständchen. Doch die große Geburtstagsparty musste warten. "Ich schreibe Dienstag eine Klausur, deshalb konnte ich jetzt nicht groß feiern", sagte Kasal. "Aber ein bisschen angestoßen haben wir natürlich trotzdem."

In der kommenden Saison wird alles ein bisschen anders bei der SG. Schließlich hat der Verein schon einige gute neue Leute für den Rückraum geholt. "Dann können wir auch mehr variieren", sagt Kasal. "Deshalb bin ich mal gespannt, ob ich nächste Saison auch noch unverzichtbar bin" - letzteren Satz garnierte er natürlich mit einem Schmunzeln.

Sein Einsatz jedoch wird ihm garantiert hoch angerechnet. Denn jemanden, der seinen eigenen Körper Woche für Woche bis weit über die Schmerzgrenze treibt, den muss man erstmal finden. "Ich bin froh, dass ich der Mannschaft so lange helfen konnte", sagt der Frisch-24-Jährige. Aber jetzt ist erstmal mein Knie dran."

Quelle: RP
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