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Lokalsport
Kazmirek sicher - Freimuth raus

Ratingen. Hinter Arthur Abele ist beim Zehnkampf der Männer noch Luft nach oben. Von André Schahidi

Der Hochsprung der Männer ist noch nicht beendet, da schlurft Rico Freimuth schon Richtung Athletenzelt. Er ist schlecht gelaunt, will keine Fragen beantworten. "Er hatte zwar keine direkte keine Verletzung", sagte Meeting-Direktor Marco Buxmann. "Aber er hat sich nicht wohl gefühlt und wollte kein Risiko eingehen."

Und so war Freimuth, dem in Ratingen nur das Erreichen der Norm für eine Nominierung gereicht hätte, sowohl in Götzis, als auch in Ratingen ohne Mehrkampf-Ergebnis. Seine Nominierung für Olympia in Brasilien hat er wohl trotzdem in der Tasche: "Der Nominierungszeitraum begann am 1. August 2015", sagte DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska. "Und Rico hat die Norm bei der Weltmeisterschaft in Peking ja erfüllt." Dort wurde Freimuth mit über 8500 Punkten (persönliche Bestleistung) WM-Dritter.

Angesichts der Wetterbedingungen war der Zehnkampf in Ratingen ein Verschleißwettbewerb. Jan-Felix Knobel, einziger ernsthafter Konkurrent für die Rio-Fahrer Arthur Abele, Rico Freimuth und Kai Kazmirek, verdrehte sich beim Weitsprung auf dem nassen Absprungbalken das Knie und war raus. "Dadurch ist die Konkurrenzsituation nicht mehr gegeben", sagte Trainer Gonschinska.

Kazmirek lieferte mit 8323 Punkten einen soliden Mehrkampf ab und knackte nach seinem guten Auftritt in Götzis zum zweiten Mal in dieser Saison die Olympia-Norm. Der Niederländer Pelle Rietveld, der in Ratingen den letzten Mehrkampf seiner Karriere absolvierte, wurde am Ende Dritter. Patrick Scherfrose holte 7561 Punkte und wurde Vierter.

Insgesamt beendeten nur neun Zehnkämpfer den Mehrkampf. Schon nach dem ersten Tag blieben einige Athleten angesichts der Wetterbedingungen auf der Strecke. Am zweiten Tag war das Wetter noch einmal deutlich besser - was sich zum Beispiel im Speerwurf zeigte. Pelle Rietveld knackte mit über 70 Metern den Meeting-Rekord. Allerdings nur für wenige Minuten, weil Sieger Arthur Abele noch ein paar Zentimeter drauf legte.

Trotz des schlechten Wetters wurde den Zuschauern in Ratingen großer Sport geboten - bei strömendem Regen fielen schon am ersten Tag zahlreiche Bestmarken. Die Krönung war natürlich der phänomenale Zehnkampf von Arthur Abele, der ganz nebenbei eine neue Jahresweltbestleistung aufstellte.

Quelle: RP
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