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Keita verpasst das 04/19-Weihnachtsgeschenk

Lokalsport: Keita verpasst das 04/19-Weihnachtsgeschenk
Daniel Keita-Ruel (3.v.l.) stand in der Schlussphase gegen Fischeln im Mittelpunkt - allerdings anders, als er es sich wünschte. FOTO: Blazy, Achim (abz)
Ratingen. Nach einer furiosen Schlussphase macht der RSV gegen Fischeln aus 0:2 fast noch ein 3:2. Doch der Stürmer verschießt den Elfmeter. Von André Schahidi

Als der Schlusspfiff im Sportpark Keramag ertönt, herrscht purer Frust. Wutentbrannt stapfen die in blau-gelb gekleideten Spieler von Ratingen 04/19 in Richtung Kabine. Es fallen Worte wie "Egoist". Der "Angesprochene" schleicht mit gesenktem Haupt vom Platz: Daniel Keita-Ruel. Der Stürmer hätte eine furiose Aufholjagd der Ratinger krönen können, die aus einem 0:2 gegen Krefeld-Fischeln in der Schlussphase ein 2:2 machten - und in der allerletzten Sekunde einen Elfmeter zugesprochen bekamen. Keita schnappte sich den Ball, lief an und vergab kläglich. So blieb es beim Remis.

Es war der zweite Elfmeter in Folge, den der Stürmer vergab. Die drängende Frage ist: Warum schoss Keita? Der 26-Jährige lieferte gegen Fischeln keine gute Partie ab. Doch keiner hielt ihn auf, als er sich nach dem Foul an Carlos Penan zielstrebig den Ball holte. Nicht Trainer Peter Radojewski. Auch nicht Thomas Denker, der Kapitän, der die Aufholjagd zuvor fast alleine zu verantworten hatte. Erst recht keiner der anderen. "Man schimpft über ihn, aber keiner hatte den Mut, ihm den Ball wegzunehmen und es selber zu machen", hieß es nach dem Spiel hinter vorgehaltener Hand. Und so hatte Keita zwar den Mut, den Strafstoß zu schießen, was ihm anzurechnen ist. Aber nicht die Nerven, ihn auch im Tor unterzubringen.

Es war eine dramatische Szene am Ende eines dramatischen Spiels. Ein Spiel, in dem der RSV nach 72 Minuten eigentlich klinisch tot war: Da hatte Kevin Breuer gerade in Unterzahl (!) bei einem Zwei-gegen-Fünf-Konter (!) das 0:2 erzielt. Keiner hielt ihn auf. Und die Stimmung im ohnehin schon frostigen Sportpark sank unter den Nullpunkt. Nicht, dass sie zuvor noch hochsommerlich war. Denn die ersten 20 Minuten verschlief 04/19 komplett, kassierte verdient das 0:1. Wurde dann besser, doch Keita verpasste schon vor der Pause den Ausgleich, als er den Fischelner Torhüter umspielte, den Ball aber am leeren Tor vorbei schob. Ratingen durfte dann ab der 53. Minute nach einer Tätlichkeit gegen Thomas Denker, der einen Ellbogenschlag abbekam, in Überzahl spielen. Das brachte aber nichts, da zu viele Spieler an diesem Tag nicht ihr übliches Niveau erreichten.

Doch dann kam Denker. Und wie. Zehn Minuten vor Schluss schaltete sich der Kapitän in die Offensive ein - und strahlte in der kurzen Zeit mehr Torgefahr aus als die restliche Mannschaft in den 80 Minuten zuvor. Denker bereitete das 1:2 durch Nabil Jaouadi mit vollem Einsatz vor. Und erzielte das 2:2 - per Drehschuss aus der Luft - höchst selbst. Wahrscheinlich hätte er seine Leistung mit dem Elfmeter zum Sieg gekrönt, so heiß wirkte der 25-Jährige in der Schlussphase. Warum er jedoch nicht selbst zum Strafstoß schritt, wollte er nicht sagen.

Trainer Radojewski brauchte nach Spielende ein paar Minuten, um sich zu sammeln. "In diesem Spiel hat man die gesamte Bandbreite unserer Saison gesehen", sagte der Coach. Wohl richtig. Immerhin - lange hielt der Ärger über den späten Fehlschuss nicht an. Schon direkt nach der Partie wurde Keita-Ruel von seinen Teamkollegen in der Kabine wieder aufgebaut. Und später, bei der Weihnachtsfeier des Vereins, hatten sich alle schon wieder lieb.

Quelle: RP
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